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PKA

Lehre in der Apotheke: Was die PKA-Ausbildung in Österreich zahlt – und warum die Abschlussprüfung 228 Euro im Monat bringt

Anna-Maria Inzinger
30. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit
Lehre in der Apotheke: Was die PKA-Ausbildung in Österreich zahlt – und warum die Abschlussprüfung 228 Euro im Monat bringt

Die Apothekerin berät. Die PKA sorgt dafür, dass das Medikament überhaupt im Regal liegt, wenn jemand danach fragt. Sie wollen in die Apotheke, aber ein Pharmaziestudium ist nicht Ihr Plan? Dann führt fast kein Weg an diesem Lehrberuf vorbei. Drei Jahre, dual, mit einem Kollektivvertrag, der jeden Euro bis hinter die Kommastelle festschreibt. Und am Ende eine Prüfung, die sich in barer Münze auszahlt.

Die pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz ist nicht die kleine Schwester der Apothekerin. Anderer Beruf, anderer Schwerpunkt – nämlich die kaufmännisch-organisatorische Seite des Apothekenbetriebs. Eine PKA prüft den Arzneimittelbestand, gibt Bestellungen auf, achtet auf die korrekte Lagerung, bearbeitet Rechnungen und Lieferscheine. Rezeptpflichtiges abgeben? Das bleibt den Apotheker:innen vorbehalten. Aber freiverkäufliche Produkte, Kosmetik, Nahrungsergänzung – das läuft über den Handverkaufstisch der PKA.

Und die Arbeitsorte sind breiter gestreut, als die meisten vermuten. Die Wirtschaftskammer nennt nicht nur die öffentliche Apotheke an der Ecke. Auch Krankenhausapotheken und der pharmazeutische Großhandel bilden aus.

Drei Jahre, zwei Lernorte

PKA wird man über die klassische Lehre. Dual, das heißt: im Betrieb und in der Berufsschule zugleich. Regulär dauert das drei Jahre. Wer schon eine höhere oder mittlere Schule in der Tasche hat oder aus einem verwandten Lehrberuf kommt, verkürzt auf zwei.

Ein Punkt, den Sie kennen sollten, bevor Sie einsteigen: Seit 1. August 2021 gilt eine neue Ausbildungsordnung, die alte ist ausgelaufen. Wer heute einen Lehrvertrag unterschreibt, wird nach dem neuen Berufsbild ausgebildet und schließt mit der Lehrabschlussprüfung ab. Merken Sie sich diese Prüfung. An ihr hängt später das Gehalt.

Was die Lehre zahlt, steht im Kollektivvertrag für PKA und Apothekenhilfspersonal – und mit jedem Lehrjahr klettert der Betrag spürbar. Die Mindestbeträge ab 1. Jänner 2026, brutto, ohne Matura, bei 40 Stunden: 974 Euro im ersten Lehrjahr, 1.207 Euro im zweiten, 1.560 Euro im dritten. Wer mit Matura und verkürzter Lehrzeit startet, steigt höher ein. Da reicht die Spanne von 1.286 Euro in den ersten acht Monaten bis 1.748 Euro im letzten Abschnitt. Das sind Mindestsätze. Eine bestehende Überzahlung muss der Betrieb betragsmäßig erhalten, nach oben ist alles Verhandlungssache zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer.

Warum die Abschlussprüfung 228 Euro wert ist

Nach der Lehre sortiert der Kollektivvertrag die Angestellten in Beschäftigungsgruppen. Prüfung bestanden? Dann rutschen Sie in Gruppe 4, die der geprüften PKA. Der Einstieg dort liegt im 1. und 2. Berufsjahr bei 2.372 Euro brutto, Stand 1. Jänner 2026.

Erst der Vergleich macht die Sache greifbar. Ohne diese Prüfung landet man in der niedrigeren Gruppe 2, die im 1. und 2. Berufsjahr bei 2.144 Euro beginnt. Macht 228 Euro pro Monat, nur wegen eines Prüfungszeugnisses. Jeden Monat. Aufs Jahr gerechnet mehr als drei zusätzliche Monatsbezüge Abstand.

Und es bleibt nicht bei diesem Sprung. In Gruppe 4 geht es über die Berufsjahre stufenweise weiter nach oben: 2.632 Euro ab dem 7. Berufsjahr, 3.173 Euro ab dem 13., bis zu 3.816 Euro nach mehr als 20 Jahren. Der Haken steht im Kleingedruckten: Angerechnet werden nur Zeiten, die Sie tatsächlich als PKA in einer Apotheke oder Krankenhausapotheke gearbeitet haben. Die Lehrzeit selbst? Zählt für diese Stufen nicht.

Trotzdem bindet die Lehre niemanden lebenslang an die Tara. Der kaufmännische Kern – Warenwirtschaft, Bestellwesen, Lagerlogistik – lässt sich auf den Pharmagroßhandel und die Industrie übertragen. Nur gelten dort andere Kollektivverträge und eine andere Gehaltslogik.

Ein Blick in unsere eigene Auswertung der aktuell auf pharmakarriere.at ausgeschriebenen Stellen (Stand 03.07.2026) zeigt die Bandbreite: Im Bereich Logistik & Einkauf liegt das ausgeschriebene Mindestgehalt im Median bei 2.258 Euro (mittlere Bandbreite 2.250–3.139 Euro), in der Produktion bei 2.827 Euro (2.500–3.063 Euro). Wer die kaufmännische Basis der PKA später mit Fachwissen zu GMP, Qualität oder Supply Chain kombiniert, verschiebt sich in Richtung der besser bezahlten Gruppen.

Der praktische Rat für den Anfang bleibt schlicht: Prüfung nicht schleifen lassen. Diese 228 Euro Unterschied zwischen bestandener und nicht bestandener Prüfung sind der beste Stundenlohn, den die drei Lehrjahre zu bieten haben.

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Quellen