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Rund vier Milliarden Einzeldosen verlassen jedes Jahr die Werke von G.L. Pharma. Tabletten gegen Bluthochdruck, Schmerzmittel, Präparate für die Substitutionstherapie: hergestellt wird in Lannach in der Weststeiermark und in Wien, vertrieben wird in mehr als 50 Märkten. Rund 1.300 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Die Wurzeln reichen zurück bis 1947. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft Arzneimittel, und zwar in zwei Richtungen gleichzeitig. Auf der einen Seite stehen eigene Markenprodukte, auf der anderen Generika, also wirkstoffgleiche Nachfolgepräparate, die nach Ablauf des Patentschutzes dieselbe Therapie zu deutlich geringeren Kosten ermöglichen. Fachlich liegen die Schwerpunkte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems und bei der Schmerz- und Opioid-Substitutionstherapie. Letzteres ist ein streng reguliertes Feld. Wer hier arbeitet, hat es täglich mit Analytik, Dokumentation und behördlichen Vorgaben zu tun. Angefangen hat alles mit zwei Firmen. 1947 und 1948 entstanden Lannacher Heilmittel im Raum Graz und Gerot Pharmazeutika in Wien. 1997 kaufte Lannacher das Wiener Unternehmen, 2009 wurden beide zu einer Gesellschaft verschmolzen, seit 2023 tritt sie einheitlich als GL Pharma auf. Geführt wird das Familienunternehmen von vier Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der Familie Bartenstein. Der Firmensitz liegt am Schlossplatz in Lannach, wenige Minuten entfernt stehen Produktion und Lager an der Industriestraße, in Wien betreibt das Unternehmen an der Arnethgasse einen weiteren Büro- und Produktionsstandort. Nach eigenen Angaben liegt der Umsatz bei rund 350 Millionen Euro, gemeinsam mit Genericon Pharma bei etwa 500 Millionen. Eigene Marketing- und Vertriebsstrukturen bestehen in Österreich und in mehr als 15 weiteren Märkten in Europa sowie in Mexiko, darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit Lizenzpartnern. Für Beschäftigte heißt das: Projekte enden selten an der Landesgrenze, und Zulassungsfragen stellen sich in mehreren Rechtsräumen parallel. Wer sich bewirbt, trifft auf ein breites Spektrum an Berufen. In der pharmazeutischen Produktion läuft der Dreischichtbetrieb, in der Qualitätskontrolle prüfen Chemielabortechnikerinnen und Analytiker die Chargen, bevor sie freigegeben werden. Regelmäßig ausgeschrieben sind außerdem Stellen in Regulatory Affairs, in der IT vom System Engineer bis zum Information Security Engineer, im Produktmanagement und im pharmazeutischen Außendienst. Ausgebildet wird auch im eigenen Haus: G.L. Pharma ist eingetragener Lehrbetrieb der Wirtschaftskammer Steiermark, die nächste Lehrstelle in der Labortechnik startet im Herbst 2027. An Rahmenbedingungen nennt das Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten, Weiterbildung über Seminare, Workshops und E-Learning sowie Karenzmodelle für Eltern. Für den Arbeitnehmerschutz trägt der Betrieb das Sicherheitssiegel der AUVA. Wie sich die rund 1.300 Beschäftigten auf die einzelnen Standorte verteilen, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Der Bahnhof Lannach liegt in Gehweite des Standorts.

In Fischamend, wenige Autominuten vom Flughafen Wien entfernt, entstehen Wirkstoffe, die später in Medikamenten auf der ganzen Welt stecken. Hergestellt werden sie von der Loba biotech GmbH. Feinchemie wird an diesem Standort schon seit den 1950er-Jahren produziert. Aber das Werk sieht heute anders aus als früher: Aus einem klassischen Chemiebetrieb ist ein biopharmazeutischer Produktionsstandort geworden. Was Loba biotech macht, bekommt man als Patient nie direkt zu sehen. Die Firma liefert nicht das fertige Medikament, sondern den pharmazeutischen Wirkstoff darin, also jenen Teil einer Tablette oder Spritze, der tatsächlich wirkt. Solche Wirkstoffe stecken zum Beispiel in Mitteln gegen Krebs, Schmerzen oder Übelkeit. Von Fischamend aus gehen die Produkte in mehr als 85 Länder. Die Wurzeln des Betriebs reichen bis 1957 zurück, jahrzehntelang lief das Werk unter dem Namen Loba Feinchemie, seit 1992 als eigenständiges österreichisches Unternehmen. Heute gehört Loba biotech zur pharma& Group (lobabiotech.com; wirtschaftsforum.de). Zuletzt hat sich viel getan. In den vergangenen Jahren baute die Firma einen modernen Standort für biotechnologische Wirkstoffe auf, um den Wirkstoff Interferon in Fischamend herzustellen. Auf rund 2.500 Quadratmetern wird produziert, dazu kommt ein Qualitätslabor von 1.300 Quadratmetern. Jede Charge durchläuft achtzehn Reinigungsstufen. Das klingt nach Aufwand, und das ist es auch: In der Arzneimittelherstellung gelten strenge GMP-Regeln, jeder Produktionsschritt wird dokumentiert und geprüft (meinbezirk.at, 15.05.2026). Entsprechend gemischt ist die Belegschaft. In der Produktion stehen Anlagenfahrer an den Reaktoren, in den Laboren prüfen Analytikerinnen jede Charge, dazu kommen Fachleute aus Verfahrenstechnik und Qualitätssicherung. Der Standort selbst ist überschaubar, im Rücken steht mit der pharma& Group aber eine international tätige Eigentümerin. In den Umbau ist zuletzt viel Geld geflossen, und die Firma sucht laufend Personal. Wie viele Menschen genau hier arbeiten, macht Loba biotech öffentlich nicht bekannt. 2026 soll auch der bisherige Seveso-Status wegfallen, weil die alten Gefahrenstoffe der früheren Chemieproduktion nicht mehr gebraucht werden.

Bei Fresenius Kabi Austria arbeiten über 1.800 Menschen daran, dass Kranke versorgt werden: mit Infusionen, klinischer Ernährung und intravenösen Arzneimitteln, die in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und privaten Haushalten zum Einsatz kommen. Rund 200 Millionen Arzneimittel-Einheiten füllen die österreichischen Werke pro Jahr ab. Hauptsitz ist Graz. Wer hier anfängt, stellt Produkte her, von denen Patientinnen und Patienten direkt abhängen. Das Grazer Werk besteht seit 1977 und ist über die Jahre zu einer modernen Produktionsanlage für sterile pharmazeutische Lösungen und Emulsionen gewachsen. Heute betreibt das Unternehmen vier Standorte in der Steiermark und in Oberösterreich: Graz als Headquarter und größter Produktionsstandort, dazu Grambach, Linz und Werndorf. Allein am Standort Graz arbeiten über 1.000 Beschäftigte; in Werndorf liegt das Logistik- und Verpackungszentrum mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Fresenius Kabi Austria zählt damit zu den größten Arzneimittelproduzenten des Landes. Die Firma gehört zur Fresenius Kabi AG, einem global tätigen Gesundheitskonzern mit Wurzeln, die bis 1912 zurückreichen. Diese Einbindung bringt internationale Lieferketten und Forschungsverbünde mit sich, ohne dass die Produktion in Österreich bliebe, was sie ist: ein Standort, an dem von der Werkstoffprüfung bis zur Endverpackung gefertigt wird. Die Arbeit reicht weit über die Produktionshalle hinaus. In der Fertigung überwachen Pharmatechnologinnen computergesteuerte Abfüll- und Verpackungsprozesse, im Labor prüfen Chemikerinnen und Labortechniker Rohstoffe und Endprodukte, in der Qualitätssicherung wird jede Charge dokumentiert. Dazu kommen Technik, IT, Logistik und kaufmännische Bereiche. Ausgebildet wird im eigenen Haus: Lehrlinge starten in Graz und Linz in mehreren Lehrberufen, darunter Pharmatechnologie, Labortechnik Chemie, Elektrotechnik und Informationstechnologie, mit der Möglichkeit der Lehre mit Matura. Geleitet wird die Gesellschaft von Dr. Alexander Hohl und Mag. (FH) Michael Mayr. Was einen Arbeitsplatz hier ausmacht, lässt sich an wenigen Punkten festmachen: ein Produkt, das gebraucht wird, ein Konzern im Rücken, der für Stabilität sorgt, und ein Werk, das seit fast fünf Jahrzehnten in Österreich produziert und ausbildet.

In Wien-Meidling wird an neuen Krebsmedikamenten geforscht und werden biopharmazeutische Wirkstoffe hergestellt – von der Grundlagenforschung bis zur fertigen Ampulle an einem Ort. Von hier aus steuert die Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG das Geschäft in über 30 Ländern Mittel- und Osteuropas, Zentralasiens und Israels. Der Standort geht auf das Jahr 1948 zurück. Es war der erste Auslandsstandort des Familienunternehmens überhaupt. Das Regional Center Vienna ist für den Konzern der einzige Standort, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung und die biopharmazeutische Produktion bis zur Geschäftsverantwortung für Human- und Tiermedizin in der Region. Das schlägt sich in den Berufsbildern nieder. Im Labor arbeiten Molekularbiologinnen und Chemiker an Wirkstoffen gegen Krebs, in der Reinraum-Produktion überwachen Biotechnologen die Fermentation lebender Zellkulturen, und in den Fachabteilungen betreuen Kolleginnen aus Zulassung, klinischer Forschung, Marketing und Vertrieb die Märkte in über 30 Ländern. Ein Teil der biopharmazeutischen Produktion entsteht auch im Auftrag anderer Hersteller. 2021 gingen zwei neue Produktionsanlagen in Betrieb und schufen rund 800 zusätzliche Arbeitsplätze. Rund 3.250 Menschen arbeiten am österreichischen Standort, in der gesamten von Wien aus betreuten Region sind es über 4.680 (PHARMIG, 2024). Boehringer Ingelheim zählt zu den zwanzig größten Pharmaunternehmen der Welt und ist bis heute in Familienbesitz. Das erklärt den langen Atem in der Forschung, in die am Standort Jahr für Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag fließt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: internationale Aufgaben, wissenschaftliche Tiefe und ein Arbeitgeber, der seit mehr als 75 Jahren in Wien verwurzelt ist. Rund 90 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Jede Kapsel, die Biogena verkauft, entsteht in Österreich, abgefüllt und Charge für Charge im Labor geprüft an den Salzburger Standorten Koppl und Liefering. Aus einer Idee von 2006 ist eine Gruppe mit über 480 Beschäftigten geworden, die Vitamine, Mineral- und Mikronährstoffe entwickelt und herstellt. Die Biogena Management Holding GmbH ist die Dachgesellschaft dahinter, mit Sitz in Salzburg. Der Kern des Geschäfts ist Nahrungsergänzung. Rezepturen aus Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen, verkauft über den eigenen Webshop, in mehr als zwanzig eigenen Geschäften in Österreich und Deutschland und in Drogerien. Ärztinnen und Therapeuten spielen dabei eine große Rolle: Nach eigenen Angaben arbeitet Biogena mit einem internationalen Netzwerk von über 30.000 von ihnen zusammen. Wer hier anfängt, landet je nach Beruf an ganz unterschiedlichen Stellen. In der Fertigung in Koppl wird dosiert, abgefüllt und geprüft, an den Rezepturen sitzen Ernährungswissenschaftlerinnen und Lebensmitteltechniker. In den Büros stellt das Unternehmen Mikronährstoffberater, Vertriebsleute, Art Directors und Data Engineers ein. Gewachsen ist das schnell. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam die Gruppe auf knapp 125 Millionen Euro Umsatz, der Großteil davon im deutschsprachigen Raum. Über Salzburg hinaus ist Biogena in Dubai, London, Los Angeles und Tirana vertreten, und für Ende August 2026 ist ein Börsengang in Wien geplant. Für Beschäftigte bedeutet das ein Umfeld, das sich weiter verändert und ausbaut. Das Mittagessen kommt aus regionalen Bio-Produkten und ist kostenlos, Aus- und Weiterbildung gehören zum Angebot. Wie viele Menschen genau bei der Holding selbst angestellt sind, weist das Unternehmen öffentlich nicht gesondert aus; die Zahl von über 480 bezieht sich auf die Gruppe. Gegründet hat das alles Albert Schmidbauer, der die Gruppe bis heute führt und rund 90 Prozent hält.

Eine tragbare Mikropumpe am Gürtel gibt Menschen mit fortgeschrittenem Parkinson ihren Wirkstoff gleichmäßig über den Tag ab und dämpft die Phasen, in denen der Körper plötzlich nicht mehr mitmacht. Diese D-mine-Pumpe und das dazugehörige Medikament kommen von EVER Neuro Pharma, einem Pharmaunternehmen im oberösterreichischen Unterach am Attersee. Rund 1.000 Menschen arbeiten weltweit für das Haus, seine Produkte werden in mehr als 80 Ländern verkauft. Die Geschichte reicht weiter zurück, als der Name vermuten lässt. Gegründet wurde das Unternehmen 1934 in Wien als EBEWE Pharma. Ende der 2000er-Jahre wurde das Geschäft geteilt: Die Onkologie ging an Novartis, die Neurologie machte sich selbstständig und heißt seither EVER Pharma. Der Schwerpunkt blieb: Erkrankungen des Nervensystems. Zwei Produkte zeigen gut, worum es geht. Cerebrolysin unterstützt Nervenzellen nach einem Schlaganfall und bei degenerativen Erkrankungen. Bei fortgeschrittenem Parkinson liefert die selbst entwickelte D-mine-Pumpe den Wirkstoff Apomorphin. EVER stellt also nicht nur das Medikament her, sondern baut auch das Gerät dazu. Die Zentrale liegt direkt am Attersee, gut eine Autostunde von Salzburg. Hier wird entwickelt und produziert. Weitere Produktions- und Forschungsstandorte gibt es in Deutschland, unter anderem in Jena, sowie in den USA. Sterile Injektionspräparate herzustellen ist heikle Arbeit. Jede Charge muss den strengen GMP-Vorgaben der EU standhalten, und das prägt viele Tätigkeiten im Betrieb. Im Labor tüfteln Pharmazeutinnen und Analytiker an neuen Formulierungen, in den Reinräumen füllen und kontrollieren Fachkräfte hochpotente Wirkstoffe und ölige Suspensionen. Weil die Präparate in Dutzenden Ländern zugelassen sein wollen, sitzen daneben Spezialisten für Regulatory Affairs, und der internationale Vertrieb bringt kaufmännische Rollen mit sich. Rund 25 Millionen Euro stecken pro Jahr in Forschung und Entwicklung. Das Apomorphin-Programm rund um die D-mine-Pumpe wächst weiter, zuletzt um eine Schulungs-App und einen Auswertungsbericht, mit dem Ärztinnen die Therapie ihrer Patienten nachverfolgen können.

In Spittal an der Drau entstehen Tabletten, Kapseln und Salben, die später in Apotheken rund um die Welt liegen. Neurobion, Femibion, Kytta, Vigantol: Diese Namen kommen aus Oberkärnten. Rund 550 Menschen arbeiten hier, das macht P&G Health Austria zum größten Industriearbeitgeber der Region. Seit 2018 gehört das Werk zum Procter-&-Gamble-Konzern. Hergestellt werden feste und halbfeste Arzneiformen sowie Nahrungsergänzungsmittel. Verkauft werden sie weltweit. Das Werk ist hochautomatisiert und deckt eine große Fertigungstiefe ab, an neuen Produkten wird am Standort ebenfalls gearbeitet. Wer sich hier bewirbt, arbeitet also nicht an einer Zulieferstufe, sondern an Produkten, die vom Rohstoff bis zur fertigen Packung im Haus bleiben. Bis 2018 gehörte das Werk zur Consumer-Health-Sparte von Merck; dann übernahm Procter & Gamble diesen Bereich, und aus dem Merck-Standort wurde P&G Health Austria. Der damalige Werksleiter sprach öffentlich davon, dass die bestehenden Arbeitsplätze gesichert seien. Für die Belegschaft hat der Eigentümerwechsel eine handfeste Folge: Hinter dem Standort steht heute ein Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten in 70 Ländern, und interne Wechsel sind über Standort- und Ländergrenzen hinweg möglich. Den Kern der Belegschaft bilden Produktionsmitarbeitende und Technikerinnen und Techniker, die die Anlagen betreuen. Im Labor laufen chemische, physikalische und chromatographische Analysen an den Wirkstoffen und Chargen. Ausgebildet wird auch selbst: Das Unternehmen ist als Lehrbetrieb eingetragen und bildet unter anderem in Pharmatechnologie und in Labortechnik mit Schwerpunkt Chemie aus, dazu kommen technische Modullehrberufe wie Mechatronik. Für Jugendliche aus dem Bezirk ist das eine der wenigen Adressen, an denen sich eine Pharmalehre direkt vor der Haustür machen lässt. Zur Arbeitskultur schreibt das Werk selbst, sie sei von Zusammenhalt und Teamgeist geprägt, und Beschäftigte übernähmen vom ersten Tag an eigenverantwortliche Aufgaben. Arbeitssicherheit steht dabei über allem, formuliert im Satz: "Nichts was wir tun ist es wert, sich dabei zu verletzen!" Beim Entgelt nennt das Unternehmen Gehalt und Prämien, dazu ein Aktienkaufprogramm, eine Betriebskantine und Gesundheitsprogramme. Eigene Umsatz- oder Exportzahlen für den Standort veröffentlicht das Unternehmen nicht, und die Mitarbeiterangaben schwanken je nach Seite zwischen rund 460 und rund 550. Gesellschaftssitz ist die Hösslgasse in Spittal an der Drau, Kontakt und Bewerbung laufen über die Werksseite.

Über 200 Millionen Packungen Medikamente verlassen jedes Jahr das Werk in Kundl und gehen in rund 100 Länder. Sandoz GmbH betreibt dort die letzte vollständig integrierte Antibiotika-Produktion der westlichen Welt, vom Wirkstoff bis zur fertigen Tablette an einem Ort. Angefangen hat das 1946 in einer stillgelegten Brauerei. Heute arbeiten in Österreich rund 2.700 Menschen aus mehr als 60 Nationen für das Unternehmen. Sandoz stellt Generika und Biosimilars her: Nachfolgepräparate von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist, und Nachfolgeprodukte biotechnologisch erzeugter Arzneimittel. Was das praktisch bedeutet, ist schnell erklärt. Therapien, die zuvor teuer waren, werden für breite Patientengruppen bezahlbar. In Kundl liegt der Schwerpunkt auf Antibiotika, allen voran Penicillin. Die Geschichte des Standorts beginnt 1946 in den Räumen einer stillgelegten Kundler Brauerei. Zwei Jahre später gelang dort ein am Menschen anwendbares, injizierbares Penicillin, und kurz darauf entdeckten die Kundler Forscher Ernst Brandl und Hans Margreiter das weltweit erste säurestabile Penicillin V, das Patienten schlucken konnten, statt es gespritzt zu bekommen. 1963 kam das Unternehmen zu Sandoz. Der Name Biochemie verschwand, die Produktion blieb am selben Ort. Neben Kundl ist Sandoz in Österreich in Schaftenau bei Kufstein und in Wien vertreten und zählt zu den größten privaten Arbeitgebern Tirols. Wie sich die rund 2.700 Beschäftigten genau auf die drei Orte verteilen, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus. Seit Oktober 2023 gehört Sandoz nicht mehr zu Novartis, sondern ist eine eigenständige, an der Schweizer Börse notierte Gruppe mit rund 20.000 Beschäftigten weltweit. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete sie einen Nettoumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar, getragen vor allem vom wachsenden Biosimilar-Geschäft. Nach Kundl flossen zuletzt rund 200 Millionen Euro in neue Technologie für die großtechnische Herstellung von Penicillin-Wirkstoffen. Das Werk ist also kein Auslaufmodell, sondern ein Ort, in den investiert wird. Die Berufsbilder ergeben sich aus dem, was hier tatsächlich passiert. Chemieverfahrenstechnikerinnen fahren die Fermentations- und Wirkstoffanlagen, Labortechniker prüfen jede Charge, bevor sie freigegeben wird, Mechatroniker und Elektrotechnikerinnen halten die Anlagen am Laufen. Ausbildung hat in Kundl lange Tradition. Im Herbst 2024 begannen 29 Jugendliche ihre Lehre, insgesamt lernten 64 Lehrlinge in sechs Lehrberufen im Betrieb. Seit 1954 sind daraus mehr als 1.500 Fachkräfte hervorgegangen.

Den kleinen weißen Sensor am Oberarm sieht man in Österreich inzwischen oft. FreeStyle Libre kommt von Abbott, und betreut wird das Produkt hierzulande aus einem Büro in Wien-Liesing, in dem rund 130 Menschen arbeiten. Von dort laufen auch die Trinknahrung für Kliniken, die Analysegeräte der Labors und die Technik für Herzeingriffe. Ein überschaubares Haus mit ziemlich vielen Berührungspunkten zum Gesundheitssystem. Abbott ist seit 1977 in Österreich tätig. Vier Geschäftsfelder werden von Wien aus betreut, und sie haben inhaltlich wenig miteinander zu tun. Bei der Ernährung geht es um Produkte wie Ensure oder Glucerna, die Menschen bekommen, die nach einer Operation oder bei chronischer Erkrankung nicht genug essen. Die Diagnostik stellt Krankenhauslabors die Geräte hin, auf denen Blutproben ausgewertet werden. Kardiologinnen und Kardiologen wiederum arbeiten mit Stents und Herzklappen aus diesem Haus. Und die Diabetessparte hat mit FreeStyle Libre vielen das tägliche Fingerstechen erspart. Rund 130 Beschäftigte sind es in Wien. Klein genug, dass man einander kennt. Im Außendienst betreuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ambulanzen und Krankenhauslabors; im Regulatory-Bereich sorgen Fachleute dafür, dass jedes einzelne Medizinprodukt die europäischen Zulassungsauflagen erfüllt, bevor es hier verkauft werden darf. Zwei Servicenummern laufen im Haus zusammen, eine für Diabetes, eine für Ernährung. Wer dort abhebt, hat mal eine Diabetesberaterin am Telefon, mal eine besorgte Angehörige. Hinter dem Wiener Büro steht ein Konzern mit Geschichte. Abbott geht auf eine Gründung im Jahr 1888 in Chicago zurück, beschäftigt heute 122.000 Menschen und ist in über 160 Ländern aktiv. Für die Arbeit in Wien heißt das zweierlei: Entwickelt und produziert wird anderswo, dafür ist der Alltag international. Abstimmungen mit Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, den Niederlanden oder den USA gehören dazu, und ausgeschrieben werden offene Stellen über das globale Job-Portal des Konzerns, also auch jene in anderen Ländern (at.abbott und abbott.com, Stand 8. August 2026). Was das Unternehmen Bewerberinnen und Bewerbern verspricht, steht knapp auf der Karriereseite: Raum, zu wachsen, fachlich wie persönlich. Konkrete Benefit-Pakete für den Standort Österreich nennt Abbott öffentlich nicht. Nachprüfbar ist anderes: knapp fünfzig Jahre im Land, vier Sparten unter einem Dach, und die Nummer, unter der Menschen mit Diabetes anrufen, wenn ihr Sensor streikt, ist eine Wiener.

Medikamente, die in Österreich entstehen, erreichen Patientinnen und Patienten in mehr als 100 Ländern. Mitten in diesem Netz steht Takeda Pharma Ges.m.b.H., die österreichische Vertriebs- und Marketingorganisation des japanischen Pharmakonzerns Takeda. Ihren Sitz hat sie im Euro Plaza im Süden Wiens. Von dort aus betreut sie seit Mitte der 1990er-Jahre das Geschäft für den österreichischen Markt. Takeda ist ein forschendes Biopharmaunternehmen mit Hauptsitz in Tokio. Weltweit arbeiten dort rund 47.000 Menschen in etwa 80 Ländern. Die Forschung konzentriert sich auf einige wenige Felder mit hohem medizinischem Bedarf: Krebserkrankungen, seltene genetische Erkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts. Dazu kommen Impfstoffe und Therapien aus Blutplasma. Österreich ist dabei kein Nebenschauplatz. Es ist der größte Standort im weltweiten Takeda-Netzwerk. Rund 4.500 Beschäftigte arbeiten hier entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Forschung über die Plasmagewinnung bis zur Produktion. Entwickelt und gefertigt wird in Wien und Linz, ein Labor für die Qualitätskontrolle steht in Orth an der Donau. In den Produktionshallen führen Pharmatechnologinnen und Anlagenführer die Anlagen, in den Labors prüfen Analytikerinnen jede Charge, bevor sie das Haus verlässt. Takeda Pharma Ges.m.b.H. ist die kaufmännische Drehscheibe dieser Organisation. Vom Euro Plaza aus bringt sie die Arzneimittel des Konzerns zu Ärztinnen, Apotheken und Patienten in Österreich. Hier finden sich Berufsfelder wie Marketing, Market Access, Medizin und Vertrieb. Es sind Menschen, die den Nutzen eines Präparats für Fachkreise aufbereiten, Erstattungsfragen mit den Krankenkassen klären und den Kontakt zu Ärztinnen und Spitälern halten. Die Produktion selbst liegt bei den Schwestergesellschaften an den Standorten Wien und Linz. Als Arbeitgeber wurde Takeda in Österreich 2025 als „Great Place to Work“ ausgezeichnet. Das Unternehmen versteht sich als familienfreundlich und setzt auf flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und Mentoring, interne Jobrotation und einen zweisprachigen Betriebskindergarten. Wer hier einsteigt, wird Teil eines Konzerns mit langem Atem. Gegründet wurde Takeda 1781 in Osaka.

Sechs Tage die Woche, mehrmals täglich: In diesem Takt beliefert PHOENIX öffentliche Apotheken in ganz Österreich mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten. Möglich machen das vier Vertriebszentren in Wien, Linz, Graz und Hall in Tirol. Die Geschichte des Hauses reicht nach eigenen Angaben bis 1907 zurück, damals noch unter dem Namen HESTAG. Seit 1994 firmiert das Unternehmen als PHOENIX und gehört zur europaweit tätigen PHOENIX group. Vollsortiment heißt hier: Was eine Apotheke bestellt, soll verfügbar sein, und zwar rasch. Das zweite Standbein richtet sich an die Pharmaindustrie. Für Hersteller übernimmt PHOENIX Lagerhaltung und Distribution im Pre-Wholesale, also auf der Stufe vor dem klassischen Großhandel, nach eigener Darstellung mit einem Healthcare-Logistics-Lager von rund 10.000 Quadratmetern. Dazu kommen zwei eigene Marken: LIVSANE für Nahrungsergänzung und Gesundheitsprodukte in der Apotheke, und Eisenhut, ein Versand für Labor- und Rezepturbedarf, dessen Sortiment großteils von österreichischen Lieferanten stammt. Hinter dem österreichischen Geschäft steht eine der größten Gesundheitsgruppen Europas. Die PHOENIX group mit Sitz in Mannheim ist in 29 Ländern tätig, beschäftigt rund 48.000 Menschen und betreibt gut 200 Großhandelsstandorte (phoenixgroup.eu, abgerufen am 08.08.2026). Wer in Wien, Linz, Graz oder Hall einsteigt, arbeitet damit in einem überschaubaren österreichischen Betrieb und gleichzeitig in einem europäischen Verbund. Auf der Karriereseite verweist das Unternehmen genau darauf: Aus- und Weiterbildung in einem internationalen Umfeld. Die Berufsbilder im Haus sind entsprechend unterschiedlich. In den Vertriebszentren kommissionieren und disponieren Logistikkräfte die Bestellungen der Apotheken, oft im Schichtbetrieb, weil die Touren früh starten. In der Wiener Zentrale sitzen Rechnungswesen und Controlling, das Qualitätsmanagement und der Vertriebsinnendienst, dazu ein Marketingteam, das Apotheken bei Auftritt und Sortiment unterstützt. Lehrlinge nimmt PHOENIX ebenso auf wie Akademikerinnen, Quereinsteiger und erfahrene Fachkräfte. Das Unternehmen beschreibt sich über flache Hierarchien und wertschätzende Zusammenarbeit, und die Geschäftsführung verweist darauf, dass viele Beschäftigte seit Jahrzehnten im Haus sind. Handfest wird das bei den Rahmenbedingungen: Essenszuschuss für jeden Arbeitstag, Gleitzeit und Homeoffice, Zuschuss zum Jobticket. Ein Arbeitsmediziner kommt regelmäßig ins Haus, samt Impfaktionen. Eine Mitarbeiterzahl für Österreich veröffentlicht PHOENIX nicht. Der Arzneimittelgroßhandel ist streng reguliert, Aufsichtsbehörde ist das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. Auf der Website des Unternehmens steht ein Satz, der den Betrieb gut beschreibt: Gesundheit kennt keine Öffnungszeiten.

Angefangen hat alles mit einer Apotheke am Welser Stadtplatz, erstmals 1576 als 'Zum Schwarzen Adler' erwähnt. Daraus ist über die Jahrhunderte ein Pharmaunternehmen mit internationaler Reichweite geworden. Heute versorgt die Richter Pharma AG von Wels aus Apotheken, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Kliniken mit Arzneimitteln – für Mensch und Tier. Zwei Standbeine tragen das Geschäft. Als Großhändler beliefert Richter Pharma österreichweit öffentliche Apotheken, ärztliche Hausapotheken und Spitäler mit dem vollen Sortiment an Humanarzneimitteln. Im Veterinärbereich ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer im österreichischen Großhandel und versorgt rund 1.900 Tierarztpraxen. Über die Tochter VetViva Richter stellt Richter Pharma zudem eigene Tierarzneimittel her, mit einem Schwerpunkt auf Schmerz- und Narkosemitteln; die Präparate gehen in die EU und in den Nahen Osten. Für Lagerung und Zustellung sorgt mit Pharma Logistik Austria eine eigene Logistiktochter, die von Zentren in Wels und Wien aus arbeitet, inklusive gekühlter Transporte. Über 400 Menschen arbeiten hier, 2024 lag der Umsatz bei rund 869 Millionen Euro. Entsprechend breit sind die Berufe unter einem Dach. In der Produktion stehen Pharmazeutinnen und Fachkräfte an den GMP-geregelten Anlagen, im Lager und auf der Straße sorgen Logistikerinnen und Fahrer für pünktliche Belieferung, dazu kommen Vertrieb, Kundenberatung und Verwaltung. Seit 1999 firmiert das Familienunternehmen als Aktiengesellschaft; Eigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender ist Florian Fritsch. 2013 übernahm mit Roland Huemer erstmals ein familienfremder Vorstand die Führung. Gefertigt und ausgeliefert wird bis heute vom Welser Standort an der Feldgasse, wo das Unternehmen schon 1973 sein modernes Zentrallager bezog.

Rund 3.300 Menschen arbeiten in Österreich für Novartis. Sie tun das an drei Orten: in Kundl und Schaftenau in Tirol, wo Wirkstoffe aus Zellkulturen entstehen, und in Wien, wo daraus zugelassene Medikamente werden. Über diesen Standorten steht die Novartis Holding GmbH mit Sitz in Wien-Leopoldstadt, die die österreichischen Novartis-Gesellschaften bündelt und der Novartis AG in Basel gehört. In Kundl ging im Oktober 2025 eine neue Zellkulturanlage in Betrieb. Sie produziert monoklonale Antikörper, also große Moleküle, die gegen Autoimmun- und rheumatische Erkrankungen sowie Multiple Sklerose eingesetzt werden. 1,8 Millionen Liter Fermentationsvolumen pro Jahr. Zusammen mit der Schwesteranlage im nahen Schaftenau, die 2024 anlief, zählen die beiden Werke nach Angaben des Unternehmens zu den produktivsten im weltweiten Novartis-Netzwerk. Dahinter steht eine im Februar 2024 angekündigte Investition von rund 500 Millionen Euro, mit der 350 neue Arbeitsplätze in Tirol entstehen, 180 davon in Kundl und 165 in Schaftenau. In Wien sieht der Arbeitstag anders aus. Hier bearbeiten Teams Zulassungsdossiers, überwachen die Arzneimittelsicherheit und beantworten medizinische Fachanfragen von Ärztinnen und Apothekern. Entsprechend weit reicht das Berufsspektrum über die Pharmazie hinaus. An den Anlagen in Tirol stehen Chemieverfahrenstechnikerinnen und Mechatroniker, im Labor prüft die Qualitätssicherung jede Charge, dazu kommen Rollen in Supply Chain, Einkauf und Personalentwicklung. Lehrlinge bildet Novartis in Österreich seit 1954 aus. Fünf Lehrberufe stehen zur Wahl. Wer etwa in der Labortechnik für Biochemie und Biotechnologie beginnt, lernt im Betrieb, in der Berufsschule und im firmeneigenen Training Center in Kundl. Die beiden Tiroler Standorte gehören damit zu den größten Ausbildungsbetrieben der Region. Das internationale Top Employers Institute hat Novartis Österreich für 2026 zum achten Mal in Folge als Top Employer zertifiziert, mit rund 98 Prozent im Bereich Organisation, digitale HR und Arbeitsumfeld. Konkret bedeutet das unter anderem 14 Wochen bezahlte Elternzeit für Mütter und Väter, Kinderbetreuung am Standort, Sabbaticals von bis zu einem Jahr und eine Kostenübernahme von 25 bis 100 Prozent für Weiterbildungen. Die Holding selbst führt keine eigenen Beschäftigtenzahlen, angestellt sind die Mitarbeitenden bei den operativen Gesellschaften. Der Tiroler Campus soll ab 2026 CO2-neutral produzieren.

271 Menschen arbeiten bei AstraZeneca Österreich, fast alle in einem Bürohaus in Wien-Meidling. Ihre Arbeit entscheidet mit darüber, welche neuen Krebs-, Herz- oder Asthmatherapien in Österreich ankommen und wie schnell. Rund 60 klinische Studien liefen zuletzt über den Standort. Nach eigenen Angaben ist damit kein anderes Pharmaunternehmen im Land bei klinischer Forschung aktiver. Hinter dem Wiener Büro steht ein britisch-schwedischer Konzern mit Sitz in Cambridge und rund 95.000 Beschäftigten weltweit. Geforscht und produziert wird an anderen Orten. Die Aufgabe in Österreich ist eine andere: dafür zu sorgen, dass neue Therapien hier zugelassen, bezahlt, verstanden und richtig eingesetzt werden. Wer etwa im Außendienst der Onkologie unterwegs ist, sitzt mit Urologinnen und Krebsspezialisten in Kliniken zusammen und erklärt Studiendaten. Im Market Access dreht sich alles um die Frage, ob eine Kasse ein Medikament erstattet. Daneben laufen die klassischen kaufmännischen Bereiche mit, von Finanzen bis Personal, seit April 2026 unter einer neuen HR-Leitung. Der zweite große Block ist die klinische Forschung. 4,8 Millionen Euro hat das Unternehmen 2024 in Studien in Österreich investiert, verteilt über alle vier Therapiegebiete des Konzerns, von der Onkologie bis zu seltenen Erkrankungen. Für Beschäftigte heißt das: Kontakt zu Studienzentren an österreichischen Spitälern und zu Kolleginnen in den globalen Entwicklungsteams. Für Patientinnen und Patienten heißt es Zugang zu Behandlungen, die es sonst noch nicht gibt. Gewachsen ist der Standort deutlich. Anfang 2024 sprach das Unternehmen von einem Plus von 70 Prozent gegenüber 2017, inzwischen sind es 271 Personen. Zwei von drei Mitarbeitenden haben ein Studium abgeschlossen, was den Zuschnitt vieler Stellen erklärt. Bei den Führungspositionen liegt der Frauenanteil bei 43 Prozent, angepeilt ist die Hälfte. Eigene Umsatzzahlen für Österreich macht der Standort nicht öffentlich. Das Bürohaus selbst sagt einiges über die Prioritäten. Seit Januar 2024 sitzt AstraZeneca im VIO Plaza an der Rechten Wienzeile, LEED-Platin-zertifiziert, geheizt mit Abwasserwärme und versorgt mit Sonnenstrom. Die Dienstwagenflotte umfasst 187 Autos und fährt seit Dezember 2024 ausschließlich elektrisch, was nach Berechnung des Unternehmens rund 634 Tonnen CO2 im Jahr spart. Für Flugreisen gilt ein jährliches CO2-Budget. Neun von zehn Lieferanten sitzen in Österreich. Auch außerhalb des Kerngeschäfts ist der Standort sichtbar. 2025 startete er mit dem "Lungenpickerl" eine österreichweite Initiative zur Früherkennung von Lungenkrebs, samt Selbsttest, den jeder online machen kann.

Wer in Österreich einen frisch lackierten Tisch, ein Holzfenster oder einen geölten Parkettboden sieht, hat gute Chancen, ein Produkt aus Schwaz vor sich zu haben. ADLER ist der führende Lackhersteller des Landes und produziert seit 1934 Farben, Lacke, Beizen und Holzschutzmittel. Angefangen hat alles als kleine Lackiererei in der Tiroler Altstadt. Heute arbeiten für das Familienunternehmen rund 720 Menschen. Das Sortiment umfasst rund 10.000 Artikel. Möbellacke zählen dazu, Beizen und Öle für Holzböden, ebenso Beschichtungen, die Fensterrahmen vor Wind und Wetter schützen. Die Kunden kommen überwiegend aus dem Holzhandwerk und der Industrie, vom Tischler bis zum Möbel-, Fenster- und Parketthersteller, dazu Maler und der Farbenfachhandel. Gefertigt wird ausschließlich in Schwaz. Der Standort in Tirol ist zugleich der einzige Forschungs- und Produktionsstandort der Firma, und von dort gehen die Produkte in zahlreiche Länder. Sieben Vertriebstöchter in Deutschland, Italien, Polen und weiteren europäischen Ländern tragen das Geschäft über Österreich hinaus, ergänzt um Servicecenter in mehreren Städten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 160 Millionen Euro. Hinter ADLER steht bis heute eine Familie. Aus der Werkstatt, die Johann Berghofer 1934 eröffnete, wurde über drei Generationen der größte Lackhersteller des Landes; die Anteile liegen bei der Berghofer Privatstiftung. Diese Kontinuität prägt den Betrieb. Wer hier anfängt, kommt in ein Haus, das seit Jahrzehnten am selben Ort produziert und forscht. Die Bandbreite der Berufe ist entsprechend groß. In den Laboren entwickeln Chemikerinnen und Verfahrenstechniker neue Rezepturen, in der Wasserlackfabrik laufen die Produktionsanlagen, und in den Servicecentern beraten Anwendungstechniker die Tischler direkt an deren Werkbank. Dazu kommen Vertrieb, Marketing, Verwaltung und die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Als Arbeitgeber nennt das Unternehmen selbst flexible Arbeitszeiten, Schulungsangebote und die Sicherheit eines wachsenden Familienbetriebs. Ein Punkt fällt bei ADLER besonders auf: das Thema Umwelt. Seit 2018 produziert das Werk klimaneutral, als einer der ersten Betriebe der Branche. ADLER war zudem der erste Hersteller von Lacken und Farben mit einer Cradle-to-Cradle-Zertifizierung, und die jüngste Wasserlackfabrik in Schwaz spart nach Unternehmensangaben rund 30 Prozent Energie.

In Tulln, direkt neben der Zuckerfabrik, entsteht ein feines weißes Pulver, das später in Shampoos, Sportgetränken und Futtermitteln steckt. Es heißt Betain. Gewonnen wird es aus Zuckerrübenmelasse, dem zähen Rest, der nach der Zuckerproduktion übrig bleibt. Hergestellt wird es von der Beta Pura GmbH, einem Betrieb mit Sitz in Wien und Produktion in Niederösterreich. Betain ist ein Naturstoff, den die Zuckerrübe selbst bildet. Im menschlichen Körper stützt es den Stoffwechsel, in Cremes hält es Feuchtigkeit in der Haut, im Futtertrog fördert es das Muskelwachstum. Beta Pura gewinnt es aus der entzuckerten Melasse, die in der Zuckerfabrik übrig bleibt, und macht daraus über chromatographische Trennung und Kristallisation ein reines, pflanzliches und gentechnikfreies Pulver, hergestellt nach dem Zero-Waste-Prinzip. Das Unternehmen gehört zwei Zuckerproduzenten zu gleichen Teilen: der österreichischen AGRANA und der amerikanischen Amalgamated Sugar Company, dem zweitgrößten Rübenzuckerhersteller der USA. Rund 40 Millionen Euro kostete die Kristallisationsanlage, die im Oktober 2020 anlief und jährlich etwa 8.500 Tonnen Betain ausstößt. Flüssiges Betainkonzentrat liefert AGRANA in Tulln schon seit 2015. Die größten Absatzmärkte liegen in Asien, Australien und der arabischen Region. Gearbeitet wird dort, wo auch die Zuckerfabrik steht. An den Anlagen stehen Verfahrenstechniker und Chemikanten, im Labor prüft das Team jede Charge auf Reinheit, die Instandhaltung hält Chromatographiesäulen und Pumpen am Laufen. Hinter dem Betrieb steht mit AGRANA ein börsennotierter Konzern, der Zucker, Stärke und Fruchtprodukte in Werken quer durch Europa und darüber hinaus verarbeitet. Eine eigene Mitarbeiterzahl nennt Beta Pura öffentlich nicht. Die Anlage war 2020 erst der dritte Standort weltweit, der natürliches kristallines Betain herstellt.

1949 erfand der Iserlohner Arzt Gustav Pütter einen elastischen Verband gegen Venenleiden. Aus diesem Pütter-Verband wuchs ein Pharmaunternehmen, das bis heute in dritter Familiengeneration geführt wird. Rund 1.000 Menschen arbeiten hier. Die Arzneimittel von MEDICE erreichen Patientinnen und Patienten in etwa 50 Ländern. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG entwickelt, produziert und vertreibt rund 100 Arzneimittel und Medizinprodukte, fast alles am Stammsitz in Iserlohn. Das bekannteste Feld ist die Behandlung von ADHS; das Präparat Medikinet gehört zu den etablierten Namen in diesem Bereich. Stark vertreten ist das Unternehmen außerdem in der Nephrologie, also der Nierenheilkunde, sowie im frei verkäuflichen Bereich, wo es Mittel gegen Erkältungen und Produkte rund um Frauen- und Darmgesundheit anbietet. 2023 lag der Umsatz bei rund 360 Millionen Euro. Neben Iserlohn sitzt der Vertrieb auch in Köln und München, und über eigene Auslandsgesellschaften und die 2021 hinzugekommene Tochter Schaper & Brümmer reicht die Gruppe weit über Deutschland hinaus; die genannte Beschäftigtenzahl bezieht sich auf die MEDICE Health Family insgesamt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das breite Spanne an Berufen. In der Produktion und Technik stehen Chemikanten, Pharmakanten und Ingenieurinnen an den Anlagen, in Forschung und Entwicklung entstehen die nächsten Präparate, und im Vertrieb betreuen Außendienst und Marketing Ärzte und Apotheken. MEDICE bildet auch selbst aus, etwa zum Industriekaufmann. Das Unternehmen wird von Dr. Katja Pütter-Ammer gemeinsam mit Dr. Richard Ammer und weiteren Geschäftsführern geleitet. Es bleibt inhabergeführt, und produziert wird seit über 75 Jahren am selben Ort.

Im Ölhafen Lobau im Nordosten Wiens werden täglich bis zu 15.000 Flaschen Schmierstoff abgefüllt, etikettiert und für den Transport fertig gemacht. Der Betrieb dahinter ist LUKOIL Lubricants Europe, seit 2014 mit Europazentrale in Wien. Rund 80 Menschen arbeiten am Standort Wien, europaweit sind es an acht Niederlassungen über 150. Das Geschäft sind Schmierstoffe. In Wien entstehen Motorenöle für Pkw und Lkw, dazu Industrieöle, Schmierfette und Kühlschmierstoffe für die Metallbearbeitung. Auch Öle für Zweiräder und Gartengeräte laufen über die Anlage. Gebaut hat das Werk ursprünglich die OMV, im Jahr 1995. LUKOIL übernahm es 2014 vollständig, investierte in den Ausbau und eröffnete im April 2016 die modernisierte Produktion gemeinsam mit der neuen Europazentrale, samt eigener Schiffsanlegestelle an der Donau. Grundöle kommen seither per Binnenschiff, was rund 500 Tonnen CO2 im Jahr einspart. Die Öle aus der Lobau bleiben nicht in Österreich. Nach Unternehmensangaben hat LUKOIL für seine Schmierstoffe mehr als 150 Freigaben führender Fahrzeughersteller erhalten, und ein Teil der Produktion geht als Erstbefüllung in fabrikneue Fahrzeuge. Solche Freigaben verlangen belastbare Prüfroutinen. Wer hier im Labor oder in der Anlagentechnik arbeitet, hat es mit dokumentierten Chargen, engen Spezifikationen und regelmäßigen Audits zu tun. In der Produktion selbst steht rund ein Dutzend bis zwanzig Beschäftigte an Mischanlagen und Abfüllung. Wien ist Zentrale, aber nicht der einzige Ort. Ein zweites konzerneigenes Schmierstoffwerk steht im finnischen Hamina, Verkaufsbüros gibt es unter anderem in Hamburg, Mailand und Bratislava. Vertrieb, Marketing und Operations sind die drei großen Aufgabenfelder. Wer im Vertrieb arbeitet, betreut Händler und Industriekunden in Nord-, Zentral- und Westeuropa, Englisch gehört zum Arbeitsalltag. Berufliche Entwicklung beschreibt das Unternehmen als Mischung aus Projektarbeit, Austausch im europäischen Netzwerk und formalen Trainings. Zum Paket gehören je nach Standort ein Bonus nach Zielvereinbarung, eine Firmenpension und subventionierte Verpflegung. Schülerinnen, Schüler und Studierende spricht die Karriereseite eigens an. Laufend aktualisierte Beschäftigtenzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht, die Angabe von über 150 Mitarbeitenden stammt von der eigenen Karriereseite. Ausgeschrieben ist dort aktuell eine Projektkoordination für Private-Label-Produkte am Standort Wien.
