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Loba biotech GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

In Fischamend, wenige Autominuten vom Flughafen Wien entfernt, entstehen Wirkstoffe, die später in Medikamenten auf der ganzen Welt stecken. Hergestellt werden sie von der Loba biotech GmbH. Feinchemie wird an diesem Standort schon seit den 1950er-Jahren produziert. Aber das Werk sieht heute anders aus als früher: Aus einem klassischen Chemiebetrieb ist ein biopharmazeutischer Produktionsstandort geworden. Was Loba biotech macht, bekommt man als Patient nie direkt zu sehen. Die Firma liefert nicht das fertige Medikament, sondern den pharmazeutischen Wirkstoff darin, also jenen Teil einer Tablette oder Spritze, der tatsächlich wirkt. Solche Wirkstoffe stecken zum Beispiel in Mitteln gegen Krebs, Schmerzen oder Übelkeit. Von Fischamend aus gehen die Produkte in mehr als 85 Länder. Die Wurzeln des Betriebs reichen bis 1957 zurück, jahrzehntelang lief das Werk unter dem Namen Loba Feinchemie, seit 1992 als eigenständiges österreichisches Unternehmen. Heute gehört Loba biotech zur pharma& Group (lobabiotech.com; wirtschaftsforum.de). Zuletzt hat sich viel getan. In den vergangenen Jahren baute die Firma einen modernen Standort für biotechnologische Wirkstoffe auf, um den Wirkstoff Interferon in Fischamend herzustellen. Auf rund 2.500 Quadratmetern wird produziert, dazu kommt ein Qualitätslabor von 1.300 Quadratmetern. Jede Charge durchläuft achtzehn Reinigungsstufen. Das klingt nach Aufwand, und das ist es auch: In der Arzneimittelherstellung gelten strenge GMP-Regeln, jeder Produktionsschritt wird dokumentiert und geprüft (meinbezirk.at, 15.05.2026). Entsprechend gemischt ist die Belegschaft. In der Produktion stehen Anlagenfahrer an den Reaktoren, in den Laboren prüfen Analytikerinnen jede Charge, dazu kommen Fachleute aus Verfahrenstechnik und Qualitätssicherung. Der Standort selbst ist überschaubar, im Rücken steht mit der pharma& Group aber eine international tätige Eigentümerin. In den Umbau ist zuletzt viel Geld geflossen, und die Firma sucht laufend Personal. Wie viele Menschen genau hier arbeiten, macht Loba biotech öffentlich nicht bekannt. 2026 soll auch der bisherige Seveso-Status wegfallen, weil die alten Gefahrenstoffe der früheren Chemieproduktion nicht mehr gebraucht werden.

Fischamend
Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG - image
Pharma, Chemie, Biotech

In Wien-Meidling wird an neuen Krebsmedikamenten geforscht und werden biopharmazeutische Wirkstoffe hergestellt – von der Grundlagenforschung bis zur fertigen Ampulle an einem Ort. Von hier aus steuert die Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG das Geschäft in über 30 Ländern Mittel- und Osteuropas, Zentralasiens und Israels. Der Standort geht auf das Jahr 1948 zurück. Es war der erste Auslandsstandort des Familienunternehmens überhaupt. Das Regional Center Vienna ist für den Konzern der einzige Standort, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung und die biopharmazeutische Produktion bis zur Geschäftsverantwortung für Human- und Tiermedizin in der Region. Das schlägt sich in den Berufsbildern nieder. Im Labor arbeiten Molekularbiologinnen und Chemiker an Wirkstoffen gegen Krebs, in der Reinraum-Produktion überwachen Biotechnologen die Fermentation lebender Zellkulturen, und in den Fachabteilungen betreuen Kolleginnen aus Zulassung, klinischer Forschung, Marketing und Vertrieb die Märkte in über 30 Ländern. Ein Teil der biopharmazeutischen Produktion entsteht auch im Auftrag anderer Hersteller. 2021 gingen zwei neue Produktionsanlagen in Betrieb und schufen rund 800 zusätzliche Arbeitsplätze. Rund 3.250 Menschen arbeiten am österreichischen Standort, in der gesamten von Wien aus betreuten Region sind es über 4.680 (PHARMIG, 2024). Boehringer Ingelheim zählt zu den zwanzig größten Pharmaunternehmen der Welt und ist bis heute in Familienbesitz. Das erklärt den langen Atem in der Forschung, in die am Standort Jahr für Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag fließt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: internationale Aufgaben, wissenschaftliche Tiefe und ein Arbeitgeber, der seit mehr als 75 Jahren in Wien verwurzelt ist. Rund 90 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Wien
Fresenius Kabi Austria GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

Bei Fresenius Kabi Austria arbeiten über 1.800 Menschen daran, dass Kranke versorgt werden: mit Infusionen, klinischer Ernährung und intravenösen Arzneimitteln, die in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und privaten Haushalten zum Einsatz kommen. Rund 200 Millionen Arzneimittel-Einheiten füllen die österreichischen Werke pro Jahr ab. Hauptsitz ist Graz. Wer hier anfängt, stellt Produkte her, von denen Patientinnen und Patienten direkt abhängen. Das Grazer Werk besteht seit 1977 und ist über die Jahre zu einer modernen Produktionsanlage für sterile pharmazeutische Lösungen und Emulsionen gewachsen. Heute betreibt das Unternehmen vier Standorte in der Steiermark und in Oberösterreich: Graz als Headquarter und größter Produktionsstandort, dazu Grambach, Linz und Werndorf. Allein am Standort Graz arbeiten über 1.000 Beschäftigte; in Werndorf liegt das Logistik- und Verpackungszentrum mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Fresenius Kabi Austria zählt damit zu den größten Arzneimittelproduzenten des Landes. Die Firma gehört zur Fresenius Kabi AG, einem global tätigen Gesundheitskonzern mit Wurzeln, die bis 1912 zurückreichen. Diese Einbindung bringt internationale Lieferketten und Forschungsverbünde mit sich, ohne dass die Produktion in Österreich bliebe, was sie ist: ein Standort, an dem von der Werkstoffprüfung bis zur Endverpackung gefertigt wird. Die Arbeit reicht weit über die Produktionshalle hinaus. In der Fertigung überwachen Pharmatechnologinnen computergesteuerte Abfüll- und Verpackungsprozesse, im Labor prüfen Chemikerinnen und Labortechniker Rohstoffe und Endprodukte, in der Qualitätssicherung wird jede Charge dokumentiert. Dazu kommen Technik, IT, Logistik und kaufmännische Bereiche. Ausgebildet wird im eigenen Haus: Lehrlinge starten in Graz und Linz in mehreren Lehrberufen, darunter Pharmatechnologie, Labortechnik Chemie, Elektrotechnik und Informationstechnologie, mit der Möglichkeit der Lehre mit Matura. Geleitet wird die Gesellschaft von Dr. Alexander Hohl und Mag. (FH) Michael Mayr. Was einen Arbeitsplatz hier ausmacht, lässt sich an wenigen Punkten festmachen: ein Produkt, das gebraucht wird, ein Konzern im Rücken, der für Stabilität sorgt, und ein Werk, das seit fast fünf Jahrzehnten in Österreich produziert und ausbildet.

Graz
Richter Pharma AG - image
Pharma, Chemie, Biotech

Angefangen hat alles mit einer Apotheke am Welser Stadtplatz, erstmals 1576 als 'Zum Schwarzen Adler' erwähnt. Daraus ist über die Jahrhunderte ein Pharmaunternehmen mit internationaler Reichweite geworden. Heute versorgt die Richter Pharma AG von Wels aus Apotheken, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Kliniken mit Arzneimitteln – für Mensch und Tier. Zwei Standbeine tragen das Geschäft. Als Großhändler beliefert Richter Pharma österreichweit öffentliche Apotheken, ärztliche Hausapotheken und Spitäler mit dem vollen Sortiment an Humanarzneimitteln. Im Veterinärbereich ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer im österreichischen Großhandel und versorgt rund 1.900 Tierarztpraxen. Über die Tochter VetViva Richter stellt Richter Pharma zudem eigene Tierarzneimittel her, mit einem Schwerpunkt auf Schmerz- und Narkosemitteln; die Präparate gehen in die EU und in den Nahen Osten. Für Lagerung und Zustellung sorgt mit Pharma Logistik Austria eine eigene Logistiktochter, die von Zentren in Wels und Wien aus arbeitet, inklusive gekühlter Transporte. Über 400 Menschen arbeiten hier, 2024 lag der Umsatz bei rund 869 Millionen Euro. Entsprechend breit sind die Berufe unter einem Dach. In der Produktion stehen Pharmazeutinnen und Fachkräfte an den GMP-geregelten Anlagen, im Lager und auf der Straße sorgen Logistikerinnen und Fahrer für pünktliche Belieferung, dazu kommen Vertrieb, Kundenberatung und Verwaltung. Seit 1999 firmiert das Familienunternehmen als Aktiengesellschaft; Eigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender ist Florian Fritsch. 2013 übernahm mit Roland Huemer erstmals ein familienfremder Vorstand die Führung. Gefertigt und ausgeliefert wird bis heute vom Welser Standort an der Feldgasse, wo das Unternehmen schon 1973 sein modernes Zentrallager bezog.

Gleisdorf
Doskar e.U. - image
Pharma, Chemie, Biotech
Wien
P&G Health Austria GmbH & Co. OG - image
Pharma, Chemie, Biotech
Spittal an der Drau
EVER Neuro Pharma GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

Eine tragbare Mikropumpe am Gürtel gibt Menschen mit fortgeschrittenem Parkinson ihren Wirkstoff gleichmäßig über den Tag ab und dämpft die Phasen, in denen der Körper plötzlich nicht mehr mitmacht. Diese D-mine-Pumpe und das dazugehörige Medikament kommen von EVER Neuro Pharma, einem Pharmaunternehmen im oberösterreichischen Unterach am Attersee. Rund 1.000 Menschen arbeiten weltweit für das Haus, seine Produkte werden in mehr als 80 Ländern verkauft. Die Geschichte reicht weiter zurück, als der Name vermuten lässt. Gegründet wurde das Unternehmen 1934 in Wien als EBEWE Pharma. Ende der 2000er-Jahre wurde das Geschäft geteilt: Die Onkologie ging an Novartis, die Neurologie machte sich selbstständig und heißt seither EVER Pharma. Der Schwerpunkt blieb: Erkrankungen des Nervensystems. Zwei Produkte zeigen gut, worum es geht. Cerebrolysin unterstützt Nervenzellen nach einem Schlaganfall und bei degenerativen Erkrankungen. Bei fortgeschrittenem Parkinson liefert die selbst entwickelte D-mine-Pumpe den Wirkstoff Apomorphin. EVER stellt also nicht nur das Medikament her, sondern baut auch das Gerät dazu. Die Zentrale liegt direkt am Attersee, gut eine Autostunde von Salzburg. Hier wird entwickelt und produziert. Weitere Produktions- und Forschungsstandorte gibt es in Deutschland, unter anderem in Jena, sowie in den USA. Sterile Injektionspräparate herzustellen ist heikle Arbeit. Jede Charge muss den strengen GMP-Vorgaben der EU standhalten, und das prägt viele Tätigkeiten im Betrieb. Im Labor tüfteln Pharmazeutinnen und Analytiker an neuen Formulierungen, in den Reinräumen füllen und kontrollieren Fachkräfte hochpotente Wirkstoffe und ölige Suspensionen. Weil die Präparate in Dutzenden Ländern zugelassen sein wollen, sitzen daneben Spezialisten für Regulatory Affairs, und der internationale Vertrieb bringt kaufmännische Rollen mit sich. Rund 25 Millionen Euro stecken pro Jahr in Forschung und Entwicklung. Das Apomorphin-Programm rund um die D-mine-Pumpe wächst weiter, zuletzt um eine Schulungs-App und einen Auswertungsbericht, mit dem Ärztinnen die Therapie ihrer Patienten nachverfolgen können.

Unterach am Attersee
Biogena Management Holding GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

Jede Kapsel, die Biogena verkauft, entsteht in Österreich, abgefüllt und Charge für Charge im Labor geprüft an den Salzburger Standorten Koppl und Liefering. Aus einer Idee von 2006 ist eine Gruppe mit über 480 Beschäftigten geworden, die Vitamine, Mineral- und Mikronährstoffe entwickelt und herstellt. Die Biogena Management Holding GmbH ist die Dachgesellschaft dahinter, mit Sitz in Salzburg. Der Kern des Geschäfts ist Nahrungsergänzung. Rezepturen aus Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen, verkauft über den eigenen Webshop, in mehr als zwanzig eigenen Geschäften in Österreich und Deutschland und in Drogerien. Ärztinnen und Therapeuten spielen dabei eine große Rolle: Nach eigenen Angaben arbeitet Biogena mit einem internationalen Netzwerk von über 30.000 von ihnen zusammen. Wer hier anfängt, landet je nach Beruf an ganz unterschiedlichen Stellen. In der Fertigung in Koppl wird dosiert, abgefüllt und geprüft, an den Rezepturen sitzen Ernährungswissenschaftlerinnen und Lebensmitteltechniker. In den Büros stellt das Unternehmen Mikronährstoffberater, Vertriebsleute, Art Directors und Data Engineers ein. Gewachsen ist das schnell. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam die Gruppe auf knapp 125 Millionen Euro Umsatz, der Großteil davon im deutschsprachigen Raum. Über Salzburg hinaus ist Biogena in Dubai, London, Los Angeles und Tirana vertreten, und für Ende August 2026 ist ein Börsengang in Wien geplant. Für Beschäftigte bedeutet das ein Umfeld, das sich weiter verändert und ausbaut. Das Mittagessen kommt aus regionalen Bio-Produkten und ist kostenlos, Aus- und Weiterbildung gehören zum Angebot. Wie viele Menschen genau bei der Holding selbst angestellt sind, weist das Unternehmen öffentlich nicht gesondert aus; die Zahl von über 480 bezieht sich auf die Gruppe. Gegründet hat das alles Albert Schmidbauer, der die Gruppe bis heute führt und rund 90 Prozent hält.

Salzburg
G.L. Pharma GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech
Judendorf-Straßengel
Takeda Pharma Ges.m.b.H. - image
Pharma, Chemie, Biotech

Medikamente, die in Österreich entstehen, erreichen Patientinnen und Patienten in mehr als 100 Ländern. Mitten in diesem Netz steht Takeda Pharma Ges.m.b.H., die österreichische Vertriebs- und Marketingorganisation des japanischen Pharmakonzerns Takeda. Ihren Sitz hat sie im Euro Plaza im Süden Wiens. Von dort aus betreut sie seit Mitte der 1990er-Jahre das Geschäft für den österreichischen Markt. Takeda ist ein forschendes Biopharmaunternehmen mit Hauptsitz in Tokio. Weltweit arbeiten dort rund 47.000 Menschen in etwa 80 Ländern. Die Forschung konzentriert sich auf einige wenige Felder mit hohem medizinischem Bedarf: Krebserkrankungen, seltene genetische Erkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts. Dazu kommen Impfstoffe und Therapien aus Blutplasma. Österreich ist dabei kein Nebenschauplatz. Es ist der größte Standort im weltweiten Takeda-Netzwerk. Rund 4.500 Beschäftigte arbeiten hier entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Forschung über die Plasmagewinnung bis zur Produktion. Entwickelt und gefertigt wird in Wien und Linz, ein Labor für die Qualitätskontrolle steht in Orth an der Donau. In den Produktionshallen führen Pharmatechnologinnen und Anlagenführer die Anlagen, in den Labors prüfen Analytikerinnen jede Charge, bevor sie das Haus verlässt. Takeda Pharma Ges.m.b.H. ist die kaufmännische Drehscheibe dieser Organisation. Vom Euro Plaza aus bringt sie die Arzneimittel des Konzerns zu Ärztinnen, Apotheken und Patienten in Österreich. Hier finden sich Berufsfelder wie Marketing, Market Access, Medizin und Vertrieb. Es sind Menschen, die den Nutzen eines Präparats für Fachkreise aufbereiten, Erstattungsfragen mit den Krankenkassen klären und den Kontakt zu Ärztinnen und Spitälern halten. Die Produktion selbst liegt bei den Schwestergesellschaften an den Standorten Wien und Linz. Als Arbeitgeber wurde Takeda in Österreich 2025 als „Great Place to Work“ ausgezeichnet. Das Unternehmen versteht sich als familienfreundlich und setzt auf flexible Arbeitsmodelle, Weiterbildung und Mentoring, interne Jobrotation und einen zweisprachigen Betriebskindergarten. Wer hier einsteigt, wird Teil eines Konzerns mit langem Atem. Gegründet wurde Takeda 1781 in Osaka.

Wien
Sandoz GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

Über 200 Millionen Packungen Medikamente verlassen jedes Jahr das Werk in Kundl und gehen in rund 100 Länder. Sandoz GmbH betreibt dort die letzte vollständig integrierte Antibiotika-Produktion der westlichen Welt, vom Wirkstoff bis zur fertigen Tablette an einem Ort. Angefangen hat das 1946 in einer stillgelegten Brauerei. Heute arbeiten in Österreich rund 2.700 Menschen aus mehr als 60 Nationen für das Unternehmen. Sandoz stellt Generika und Biosimilars her: Nachfolgepräparate von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist, und Nachfolgeprodukte biotechnologisch erzeugter Arzneimittel. Was das praktisch bedeutet, ist schnell erklärt. Therapien, die zuvor teuer waren, werden für breite Patientengruppen bezahlbar. In Kundl liegt der Schwerpunkt auf Antibiotika, allen voran Penicillin. Die Geschichte des Standorts beginnt 1946 in den Räumen einer stillgelegten Kundler Brauerei. Zwei Jahre später gelang dort ein am Menschen anwendbares, injizierbares Penicillin, und kurz darauf entdeckten die Kundler Forscher Ernst Brandl und Hans Margreiter das weltweit erste säurestabile Penicillin V, das Patienten schlucken konnten, statt es gespritzt zu bekommen. 1963 kam das Unternehmen zu Sandoz. Der Name Biochemie verschwand, die Produktion blieb am selben Ort. Neben Kundl ist Sandoz in Österreich in Schaftenau bei Kufstein und in Wien vertreten und zählt zu den größten privaten Arbeitgebern Tirols. Wie sich die rund 2.700 Beschäftigten genau auf die drei Orte verteilen, weist das Unternehmen öffentlich nicht aus. Seit Oktober 2023 gehört Sandoz nicht mehr zu Novartis, sondern ist eine eigenständige, an der Schweizer Börse notierte Gruppe mit rund 20.000 Beschäftigten weltweit. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete sie einen Nettoumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar, getragen vor allem vom wachsenden Biosimilar-Geschäft. Nach Kundl flossen zuletzt rund 200 Millionen Euro in neue Technologie für die großtechnische Herstellung von Penicillin-Wirkstoffen. Das Werk ist also kein Auslaufmodell, sondern ein Ort, in den investiert wird. Die Berufsbilder ergeben sich aus dem, was hier tatsächlich passiert. Chemieverfahrenstechnikerinnen fahren die Fermentations- und Wirkstoffanlagen, Labortechniker prüfen jede Charge, bevor sie freigegeben wird, Mechatroniker und Elektrotechnikerinnen halten die Anlagen am Laufen. Ausbildung hat in Kundl lange Tradition. Im Herbst 2024 begannen 29 Jugendliche ihre Lehre, insgesamt lernten 64 Lehrlinge in sechs Lehrberufen im Betrieb. Seit 1954 sind daraus mehr als 1.500 Fachkräfte hervorgegangen.

Kundl
Novartis Holding GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech
Wien
AstraZeneca Österreich GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

271 Menschen arbeiten bei AstraZeneca Österreich, fast alle in einem Bürohaus in Wien-Meidling. Ihre Arbeit entscheidet mit darüber, welche neuen Krebs-, Herz- oder Asthmatherapien in Österreich ankommen und wie schnell. Rund 60 klinische Studien liefen zuletzt über den Standort. Nach eigenen Angaben ist damit kein anderes Pharmaunternehmen im Land bei klinischer Forschung aktiver. Hinter dem Wiener Büro steht ein britisch-schwedischer Konzern mit Sitz in Cambridge und rund 95.000 Beschäftigten weltweit. Geforscht und produziert wird an anderen Orten. Die Aufgabe in Österreich ist eine andere: dafür zu sorgen, dass neue Therapien hier zugelassen, bezahlt, verstanden und richtig eingesetzt werden. Wer etwa im Außendienst der Onkologie unterwegs ist, sitzt mit Urologinnen und Krebsspezialisten in Kliniken zusammen und erklärt Studiendaten. Im Market Access dreht sich alles um die Frage, ob eine Kasse ein Medikament erstattet. Daneben laufen die klassischen kaufmännischen Bereiche mit, von Finanzen bis Personal, seit April 2026 unter einer neuen HR-Leitung. Der zweite große Block ist die klinische Forschung. 4,8 Millionen Euro hat das Unternehmen 2024 in Studien in Österreich investiert, verteilt über alle vier Therapiegebiete des Konzerns, von der Onkologie bis zu seltenen Erkrankungen. Für Beschäftigte heißt das: Kontakt zu Studienzentren an österreichischen Spitälern und zu Kolleginnen in den globalen Entwicklungsteams. Für Patientinnen und Patienten heißt es Zugang zu Behandlungen, die es sonst noch nicht gibt. Gewachsen ist der Standort deutlich. Anfang 2024 sprach das Unternehmen von einem Plus von 70 Prozent gegenüber 2017, inzwischen sind es 271 Personen. Zwei von drei Mitarbeitenden haben ein Studium abgeschlossen, was den Zuschnitt vieler Stellen erklärt. Bei den Führungspositionen liegt der Frauenanteil bei 43 Prozent, angepeilt ist die Hälfte. Eigene Umsatzzahlen für Österreich macht der Standort nicht öffentlich. Das Bürohaus selbst sagt einiges über die Prioritäten. Seit Januar 2024 sitzt AstraZeneca im VIO Plaza an der Rechten Wienzeile, LEED-Platin-zertifiziert, geheizt mit Abwasserwärme und versorgt mit Sonnenstrom. Die Dienstwagenflotte umfasst 187 Autos und fährt seit Dezember 2024 ausschließlich elektrisch, was nach Berechnung des Unternehmens rund 634 Tonnen CO2 im Jahr spart. Für Flugreisen gilt ein jährliches CO2-Budget. Neun von zehn Lieferanten sitzen in Österreich. Auch außerhalb des Kerngeschäfts ist der Standort sichtbar. 2025 startete er mit dem "Lungenpickerl" eine österreichweite Initiative zur Früherkennung von Lungenkrebs, samt Selbsttest, den jeder online machen kann.

Wien
ADLER-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG - image
Pharma, Chemie, Biotech

Wer in Österreich einen frisch lackierten Tisch, ein Holzfenster oder einen geölten Parkettboden sieht, hat gute Chancen, ein Produkt aus Schwaz vor sich zu haben. ADLER ist der führende Lackhersteller des Landes und produziert seit 1934 Farben, Lacke, Beizen und Holzschutzmittel. Angefangen hat alles als kleine Lackiererei in der Tiroler Altstadt. Heute arbeiten für das Familienunternehmen rund 720 Menschen. Das Sortiment umfasst rund 10.000 Artikel. Möbellacke zählen dazu, Beizen und Öle für Holzböden, ebenso Beschichtungen, die Fensterrahmen vor Wind und Wetter schützen. Die Kunden kommen überwiegend aus dem Holzhandwerk und der Industrie, vom Tischler bis zum Möbel-, Fenster- und Parketthersteller, dazu Maler und der Farbenfachhandel. Gefertigt wird ausschließlich in Schwaz. Der Standort in Tirol ist zugleich der einzige Forschungs- und Produktionsstandort der Firma, und von dort gehen die Produkte in zahlreiche Länder. Sieben Vertriebstöchter in Deutschland, Italien, Polen und weiteren europäischen Ländern tragen das Geschäft über Österreich hinaus, ergänzt um Servicecenter in mehreren Städten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 160 Millionen Euro. Hinter ADLER steht bis heute eine Familie. Aus der Werkstatt, die Johann Berghofer 1934 eröffnete, wurde über drei Generationen der größte Lackhersteller des Landes; die Anteile liegen bei der Berghofer Privatstiftung. Diese Kontinuität prägt den Betrieb. Wer hier anfängt, kommt in ein Haus, das seit Jahrzehnten am selben Ort produziert und forscht. Die Bandbreite der Berufe ist entsprechend groß. In den Laboren entwickeln Chemikerinnen und Verfahrenstechniker neue Rezepturen, in der Wasserlackfabrik laufen die Produktionsanlagen, und in den Servicecentern beraten Anwendungstechniker die Tischler direkt an deren Werkbank. Dazu kommen Vertrieb, Marketing, Verwaltung und die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Als Arbeitgeber nennt das Unternehmen selbst flexible Arbeitszeiten, Schulungsangebote und die Sicherheit eines wachsenden Familienbetriebs. Ein Punkt fällt bei ADLER besonders auf: das Thema Umwelt. Seit 2018 produziert das Werk klimaneutral, als einer der ersten Betriebe der Branche. ADLER war zudem der erste Hersteller von Lacken und Farben mit einer Cradle-to-Cradle-Zertifizierung, und die jüngste Wasserlackfabrik in Schwaz spart nach Unternehmensangaben rund 30 Prozent Energie.

Schwaz
ALBIS Plastic Vertriebsgesellschaft m.b.H. - image
Pharma, Chemie, Biotech

Wer Kunststoff verarbeitet, kennt das Problem. Das falsche Granulat, und die Spritzgussmaschine steht. ALBIS in Wien sorgt dafür, dass es nicht so weit kommt: Das Team berät österreichische Verarbeiter bei der Materialwahl und bringt den passenden Rohstoff ins Werk. Hinter dem Wiener Standort steht eine gewachsene Adresse im europäischen Kunststoffhandel. ALBIS vertreibt thermoplastische Kunststoffe, von Standardpolymeren bis zu technischen Thermoplasten und Elastomeren, und tritt dabei als unabhängiger Händler auf, nicht als verlängerter Arm eines einzelnen Rohstoffkonzerns. Begonnen hat das 1961 in Hamburg, wo die Brüder Krahn den Kunststoffhandel unter dem Dach des Handelshauses Otto Krahn aufbauten. Zu dieser Familiengruppe gehört ALBIS bis heute. Klein ist das längst nicht mehr. Rund 450 Beschäftigte arbeiten an 24 Standorten, in weiten Teilen Europas, dazu in China, Vietnam, der Türkei und Nordafrika. Der Wiener Betrieb ist damit ein regional greifbarer Arbeitgeber, der auf dem Rückhalt einer Gruppe steht, die es seit über sechs Jahrzehnten gibt. In Wien sitzt ALBIS im Euro Plaza in Meidling, und in Österreich ist das Unternehmen schon seit Jahrzehnten aktiv. Die Kunden reichen vom Automobilzulieferer bis zur Medizintechnik. Anwendungstechniker klären, welcher Werkstoff eine konkrete Anforderung erfüllt. Im Vertrieb halten Verkäuferinnen und Verkäufer den Draht zu den Verarbeitern, während Einkauf und Logistik dafür sorgen, dass die bestellte Ware pünktlich an der Rampe steht. So kommen Produktwissen aus der Chemie und der direkte Kundenkontakt an einem Arbeitsplatz zusammen. Dass die Gruppe auch in Österreich zulegt, zeigte sich 2023: ALBIS übernahm hierzulande das Distributionsgeschäft mit Kleinkunden für die BASF-Kunststoffe Ultradur, Ultramid und Ultraform.

Wien
AIR LIQUIDE AUSTRIA GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Wasserstoff. Aus der Luft trennt Air Liquide Austria genau die Gase, die Österreichs Industrie und seine Krankenhäuser täglich brauchen. Von Schwechat bei Wien aus beliefert das Unternehmen mehr als 40.000 Kunden im ganzen Land, dazu rund 10.000 Patientinnen und Patienten mit medizinischen Gasen. Hinter der österreichischen Gesellschaft steht der französische Air-Liquide-Konzern, einer der größten Gaseanbieter der Welt. Das Kerngeschäft ist die industrielle Gastrennung. In den Luftzerlegungsanlagen in Schwechat und im steirischen Donawitz wird Luft in ihre Bestandteile zerlegt, und die Produkte gehen an Kunden aus sehr unterschiedlichen Branchen. Ein Stahlwerk braucht Sauerstoff für den Hochofen, die Lebensmittelbranche Schutzgase fürs Verpacken, Labore hochreine Spezialgase für die Forschung. Dazu kommen Acetylen fürs Schweißen, Helium, Kohlendioxid und Wasserstoff. Rund 90 medizinische Notfalllieferanten über das ganze Land verteilt stellen sicher, dass auch Kliniken und Patienten versorgt bleiben. Der Firmensitz in Schwechat südöstlich von Wien ist zugleich der wichtigste Produktionsstandort. Hier stehen Luftzerlegung, Abfüllanlagen und eine CO2-Rückgewinnung, weitere Verkaufsstandorte und Partner verteilen sich von Ost nach West über Österreich. Etwa 250 Menschen arbeiten für die österreichische Gesellschaft (Stand 2016). Sie gehört zum Air-Liquide-Konzern, der 1902 in Frankreich aus der Idee entstand, Sauerstoff im industriellen Maßstab aus Luft zu gewinnen, und heute weltweit zu den führenden Gaseunternehmen zählt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: ein überschaubares Team in Österreich, mit einem globalen Konzern im Rücken. Die Arbeitsfelder reichen von Technik und Produktion an den Anlagen über Vertrieb und Management bis zu Fachfunktionen in Finanzen, Personal oder Recht. Das Unternehmen wirbt ausdrücklich auch um Quereinsteiger und stellt Entwicklungswege in Aussicht, die über Österreich hinaus nach Europa reichen. Wer an den Luftzerlegungs- und Abfüllanlagen arbeitet, hat es mit anspruchsvoller Verfahrenstechnik und strengen Sicherheitsregeln zu tun. Der Schwechater Betrieb fällt unter die Seveso-Richtlinie für Störfallanlagen und wird behördlich regelmäßig kontrolliert, zuletzt im April 2024.

Schwechat
Sanochemia Pharmazeutika GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

In Neufeld an der Leitha, südlich von Wien, füllt Sanochemia Jahr für Jahr über vier Millionen Kontrastmittel ab. Das sind jene Flüssigkeiten, die im MRT oder CT Organe und Gefäße überhaupt erst sichtbar machen. Wer hier arbeitet, ist an einem Punkt tätig, an dem Chemie und Medizin zusammenlaufen. Und das Ergebnis liegt am Ende in radiologischen Praxen und Kliniken in über 50 Ländern. Sanochemia arbeitet in drei Feldern. Das größte ist die medizinische Bildgebung: gadoliniumhaltige und zunehmend auch gadoliniumfreie Kontrastmittel für MRT und CT, abgefüllt in Größen von zehn bis 500 Milliliter. Daneben synthetisiert das Unternehmen pharmazeutische Wirkstoffe mit dem Anspruch "made in Austria". Und als Auftragshersteller übernimmt es Entwicklung und sterile Produktion für andere Pharmafirmen. Die Wurzeln reichen weit zurück. Sie führen auf eine Apotheke von 1441 und eine industrielle Fertigung ab 1869 zurück, während die pharmazeutische Gesellschaft in ihrer heutigen Ausrichtung 1990 entstand. 1999 ging das Unternehmen als erstes österreichisches Papier am Frankfurter Neuen Markt an die Börse. In der aktuellen Form besteht Sanochemia als GmbH seit 2020 und wird von zwei industriellen Eigentümern getragen, der EOSS Industries Holding und b.e.imaging. Am Standort Neufeld arbeiten über 200 Menschen, dazu kommen Büros in Graz und Hongkong. Die Berufsbilder liegen nah an dem, was das Werk täglich leistet. In der Produktion stehen Chemikanten und Verfahrenstechniker an den Anlagen, im Labor synthetisieren Chemikerinnen und Chemiker die Wirkstoffe, und weil jedes Kontrastmittel ein steriles Arzneimittel ist, prüfen Fachleute aus Qualitätssicherung und Regulatory Affairs jede Charge. Gefertigt wird das Ganze an einem einzigen Standort im Burgenland.

Neckenmarkt
Beta Pura GmbH - image
Pharma, Chemie, Biotech

In Tulln, direkt neben der Zuckerfabrik, entsteht ein feines weißes Pulver, das später in Shampoos, Sportgetränken und Futtermitteln steckt. Es heißt Betain. Gewonnen wird es aus Zuckerrübenmelasse, dem zähen Rest, der nach der Zuckerproduktion übrig bleibt. Hergestellt wird es von der Beta Pura GmbH, einem Betrieb mit Sitz in Wien und Produktion in Niederösterreich. Betain ist ein Naturstoff, den die Zuckerrübe selbst bildet. Im menschlichen Körper stützt es den Stoffwechsel, in Cremes hält es Feuchtigkeit in der Haut, im Futtertrog fördert es das Muskelwachstum. Beta Pura gewinnt es aus der entzuckerten Melasse, die in der Zuckerfabrik übrig bleibt, und macht daraus über chromatographische Trennung und Kristallisation ein reines, pflanzliches und gentechnikfreies Pulver, hergestellt nach dem Zero-Waste-Prinzip. Das Unternehmen gehört zwei Zuckerproduzenten zu gleichen Teilen: der österreichischen AGRANA und der amerikanischen Amalgamated Sugar Company, dem zweitgrößten Rübenzuckerhersteller der USA. Rund 40 Millionen Euro kostete die Kristallisationsanlage, die im Oktober 2020 anlief und jährlich etwa 8.500 Tonnen Betain ausstößt. Flüssiges Betainkonzentrat liefert AGRANA in Tulln schon seit 2015. Die größten Absatzmärkte liegen in Asien, Australien und der arabischen Region. Gearbeitet wird dort, wo auch die Zuckerfabrik steht. An den Anlagen stehen Verfahrenstechniker und Chemikanten, im Labor prüft das Team jede Charge auf Reinheit, die Instandhaltung hält Chromatographiesäulen und Pumpen am Laufen. Hinter dem Betrieb steht mit AGRANA ein börsennotierter Konzern, der Zucker, Stärke und Fruchtprodukte in Werken quer durch Europa und darüber hinaus verarbeitet. Eine eigene Mitarbeiterzahl nennt Beta Pura öffentlich nicht. Die Anlage war 2020 erst der dritte Standort weltweit, der natürliches kristallines Betain herstellt.

Tulln an der Donau
Borealis AG - image
Pharma, Chemie, Biotech

Fast täglich hält man Produkte in der Hand, in denen Material von Borealis steckt: in der Lebensmittelverpackung, im Trinkwasserrohr, in der Kabelisolierung im Auto. Das Wiener Unternehmen stellt Polyolefine her, also die Kunststoffe, aus denen andere Hersteller solche Dinge fertigen. Rund 6.000 Menschen arbeiten dafür, verkauft wird in mehr als 120 Länder. Polyolefine klingt technisch, gemeint sind im Kern zwei Kunststoffe: Polyethylen und Polypropylen. Sie verlassen die Werke als kleine Granulatkörner und werden anderswo zu Folien, Rohren oder Bauteilen weiterverarbeitet. In den Anlagen steuern Verfahrenstechnikerinnen und Chemikanten die Reaktoren, häufig im Schichtbetrieb. Im Labor prüfen Fachkräfte, ob eine Charge die geforderten Eigenschaften hat. Und in der Forschung wird an Rezepturen gearbeitet, die weniger Material brauchen oder sich leichter recyceln lassen. Kreislaufwirtschaft ist bei Borealis zu einem eigenen Geschäftsfeld gewachsen. Gegründet wurde das Unternehmen 1994, der Sitz war von Beginn an Wien. Gefertigt wird an mehreren europäischen Standorten, etwa in Finnland und Schweden, dazu in Österreich nahe der Hauptstadt. 2024 lag der Umsatz der Gruppe bei rund 7,85 Milliarden Euro. Seit Frühjahr 2026 gehört Borealis zu einem größeren Verbund. OMV und XRG, der Investmentarm des Abu-Dhabi-Konzerns ADNOC, haben ihre Kunststoffgeschäfte zusammengelegt. Daraus entstand Ende März 2026 Borouge International, nach eigenen Angaben der viertgrößte Polyolefin-Hersteller der Welt. Aus der Borealis AG wurde dabei die Borealis GmbH. Die globale Zentrale der neuen Gruppe bleibt in Wien, und die Werke laufen weiter. Entsprechend gemischt sind die Teams. An den Anlagen arbeiten Menschen mit technischer Ausbildung, in der Entwicklung Chemikerinnen und Werkstofffachleute, in Vertrieb und IT die kaufmännischen Berufe. Englisch ist im Alltag nützlich, weil viele Stellen über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Wer aus der Produktion kommt, steigt oft im Schichtbetrieb ein. Wer aus der Forschung kommt, trifft auf ein Unternehmen, das stark auf recycelte und ressourcenschonende Kunststoffe setzt. Aktuelle Gesamtzahlen führt seit dem Zusammenschluss die Muttergesellschaft; für Borealis selbst gilt der Stand von Ende 2024 mit gut 6.000 Beschäftigten.

Wien