Finde deinen nächsten Arbeitgeber.
Finde deinen nächsten Arbeitgeber.

Rund vier Milliarden Einzeldosen verlassen jedes Jahr die Werke von G.L. Pharma. Tabletten gegen Bluthochdruck, Schmerzmittel, Präparate für die Substitutionstherapie: hergestellt wird in Lannach in der Weststeiermark und in Wien, vertrieben wird in mehr als 50 Märkten. Rund 1.300 Menschen arbeiten für das Unternehmen. Die Wurzeln reichen zurück bis 1947. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft Arzneimittel, und zwar in zwei Richtungen gleichzeitig. Auf der einen Seite stehen eigene Markenprodukte, auf der anderen Generika, also wirkstoffgleiche Nachfolgepräparate, die nach Ablauf des Patentschutzes dieselbe Therapie zu deutlich geringeren Kosten ermöglichen. Fachlich liegen die Schwerpunkte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems und bei der Schmerz- und Opioid-Substitutionstherapie. Letzteres ist ein streng reguliertes Feld. Wer hier arbeitet, hat es täglich mit Analytik, Dokumentation und behördlichen Vorgaben zu tun. Angefangen hat alles mit zwei Firmen. 1947 und 1948 entstanden Lannacher Heilmittel im Raum Graz und Gerot Pharmazeutika in Wien. 1997 kaufte Lannacher das Wiener Unternehmen, 2009 wurden beide zu einer Gesellschaft verschmolzen, seit 2023 tritt sie einheitlich als GL Pharma auf. Geführt wird das Familienunternehmen von vier Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der Familie Bartenstein. Der Firmensitz liegt am Schlossplatz in Lannach, wenige Minuten entfernt stehen Produktion und Lager an der Industriestraße, in Wien betreibt das Unternehmen an der Arnethgasse einen weiteren Büro- und Produktionsstandort. Nach eigenen Angaben liegt der Umsatz bei rund 350 Millionen Euro, gemeinsam mit Genericon Pharma bei etwa 500 Millionen. Eigene Marketing- und Vertriebsstrukturen bestehen in Österreich und in mehr als 15 weiteren Märkten in Europa sowie in Mexiko, darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit Lizenzpartnern. Für Beschäftigte heißt das: Projekte enden selten an der Landesgrenze, und Zulassungsfragen stellen sich in mehreren Rechtsräumen parallel. Wer sich bewirbt, trifft auf ein breites Spektrum an Berufen. In der pharmazeutischen Produktion läuft der Dreischichtbetrieb, in der Qualitätskontrolle prüfen Chemielabortechnikerinnen und Analytiker die Chargen, bevor sie freigegeben werden. Regelmäßig ausgeschrieben sind außerdem Stellen in Regulatory Affairs, in der IT vom System Engineer bis zum Information Security Engineer, im Produktmanagement und im pharmazeutischen Außendienst. Ausgebildet wird auch im eigenen Haus: G.L. Pharma ist eingetragener Lehrbetrieb der Wirtschaftskammer Steiermark, die nächste Lehrstelle in der Labortechnik startet im Herbst 2027. An Rahmenbedingungen nennt das Unternehmen flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten, Weiterbildung über Seminare, Workshops und E-Learning sowie Karenzmodelle für Eltern. Für den Arbeitnehmerschutz trägt der Betrieb das Sicherheitssiegel der AUVA. Wie sich die rund 1.300 Beschäftigten auf die einzelnen Standorte verteilen, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Der Bahnhof Lannach liegt in Gehweite des Standorts.

Wer in Österreich einen frisch lackierten Tisch, ein Holzfenster oder einen geölten Parkettboden sieht, hat gute Chancen, ein Produkt aus Schwaz vor sich zu haben. ADLER ist der führende Lackhersteller des Landes und produziert seit 1934 Farben, Lacke, Beizen und Holzschutzmittel. Angefangen hat alles als kleine Lackiererei in der Tiroler Altstadt. Heute arbeiten für das Familienunternehmen rund 720 Menschen. Das Sortiment umfasst rund 10.000 Artikel. Möbellacke zählen dazu, Beizen und Öle für Holzböden, ebenso Beschichtungen, die Fensterrahmen vor Wind und Wetter schützen. Die Kunden kommen überwiegend aus dem Holzhandwerk und der Industrie, vom Tischler bis zum Möbel-, Fenster- und Parketthersteller, dazu Maler und der Farbenfachhandel. Gefertigt wird ausschließlich in Schwaz. Der Standort in Tirol ist zugleich der einzige Forschungs- und Produktionsstandort der Firma, und von dort gehen die Produkte in zahlreiche Länder. Sieben Vertriebstöchter in Deutschland, Italien, Polen und weiteren europäischen Ländern tragen das Geschäft über Österreich hinaus, ergänzt um Servicecenter in mehreren Städten. Der Jahresumsatz liegt bei rund 160 Millionen Euro. Hinter ADLER steht bis heute eine Familie. Aus der Werkstatt, die Johann Berghofer 1934 eröffnete, wurde über drei Generationen der größte Lackhersteller des Landes; die Anteile liegen bei der Berghofer Privatstiftung. Diese Kontinuität prägt den Betrieb. Wer hier anfängt, kommt in ein Haus, das seit Jahrzehnten am selben Ort produziert und forscht. Die Bandbreite der Berufe ist entsprechend groß. In den Laboren entwickeln Chemikerinnen und Verfahrenstechniker neue Rezepturen, in der Wasserlackfabrik laufen die Produktionsanlagen, und in den Servicecentern beraten Anwendungstechniker die Tischler direkt an deren Werkbank. Dazu kommen Vertrieb, Marketing, Verwaltung und die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Als Arbeitgeber nennt das Unternehmen selbst flexible Arbeitszeiten, Schulungsangebote und die Sicherheit eines wachsenden Familienbetriebs. Ein Punkt fällt bei ADLER besonders auf: das Thema Umwelt. Seit 2018 produziert das Werk klimaneutral, als einer der ersten Betriebe der Branche. ADLER war zudem der erste Hersteller von Lacken und Farben mit einer Cradle-to-Cradle-Zertifizierung, und die jüngste Wasserlackfabrik in Schwaz spart nach Unternehmensangaben rund 30 Prozent Energie.

Wer neben einer Bahnlinie wohnt und nachts trotzdem ruhig schläft, verdankt das womöglich einem Werkstoff aus Bürs. Getzner Werkstoffe entwickelt elastische Kunststoffe, die unter Gleisen, Gebäuden und Maschinen liegen und Erschütterungen abfangen, bevor sie oben ankommen. Rund 500 Menschen arbeiten für das Vorarlberger Unternehmen. In seiner Nische gilt es als Hidden Champion. Das Kerngeschäft sind selbst entwickelte Polyurethan-Elastomere. Unter Namen wie Sylomer und Sylodyn kommen sie überall dorthin, wo Vibrationen stören: unter das Gleisbett einer Straßenbahn mitten in der Stadt, unter das Fundament eines Konzertsaals, unter schwere Maschinen in der Fabrikhalle. Diese Materialien altern kaum und wirken über Jahrzehnte. Im Bahnbau, wo jeder Austausch teuer ist, zählt genau das. Drei Bereiche tragen das Geschäft. Die Bahn mit Gleisen und Schienenfahrzeugen. Der Bau mit schwimmenden Estrichen und schwingungsentkoppelten Häusern. Und die Industrie mit Anlagen und Lüftungstechnik. Entwickelt und produziert wird in Bürs, verkauft fast überall: Der Umsatz lag 2025 bei knapp 149 Millionen Euro, und etwa neun von zehn Produkten gehen ins Ausland. Eigene Standorte betreibt Getzner unter anderem in Deutschland, Frankreich und China, dazu kommen Vertriebspartner in rund 40 Ländern. Der Alltag im Betrieb ist entsprechend gemischt. In der Produktion mischen und formen Verfahrenstechniker die Elastomere, in der Anwendungstechnik rechnen Ingenieure für ein konkretes Bauvorhaben aus, wie stark eine Dämmschicht sein muss, damit ein Haus ruhig bleibt. Dahinter stehen Forschung, Vertrieb und die kaufmännischen Rollen eines mittelständischen Industriebetriebs. Ein jüngeres Feld ist das Recycling: 2025 brachte das Unternehmen mit Relomer einen wiederaufbereiteten Kunststoff auf den Markt. Getzner Werkstoffe gehört zur Vorarlberger Gruppe Getzner, Mutter & Cie., zu der auch das Textilunternehmen Getzner Textil zählt. Der Werkstoffbereich selbst begann 1969 als kleiner Ableger. Gefertigt wird bis heute in Bürs.

Schimmelpilzgifte im Tierfutter aufspüren und unschädlich machen: An dieser Aufgabe arbeiten viele der Beschäftigten, die für DSM Austria GmbH am Erber Campus in Getzersdorf bei Traismauer und im Forschungszentrum in Tulln tätig sind. Hinter dem Unternehmen stehen zwei in der Branche bekannte Marken, Biomin und Romer Labs. Beide gehören heute zur weltweit tätigen Gruppe dsm-firmenich. Den Kern bildet Biomin. Das Unternehmen entwickelt Zusätze für Tierfutter, die Mykotoxine binden und die Darmgesundheit von Nutztieren stabilisieren. Dazu kommen phytogene und probiotische Produkte, also Futterzusätze auf Pflanzen- und Mikroorganismenbasis. Die zweite Marke, Romer Labs, prüft Futter- und Lebensmittel auf Verunreinigungen und betreibt akkreditierte Labore in Österreich, Großbritannien, den USA und Singapur. Die Geschichte beginnt 1983. Damals gründeten Erich und Margarete Erber Biomin im niederösterreichischen Pottenbrunn. Aus dem Betrieb wurde die Erber Group, einer der weltweit führenden Anbieter im Mykotoxin-Risikomanagement. 2020 übernahm der niederländische Konzern DSM die Gruppe für rund 980 Millionen Euro; seit der Fusion mit Firmenich firmiert dieser als dsm-firmenich. Die österreichische Gesellschaft mit Sitz in Getzersdorf bündelt seither die Beteiligungen rund um Biomin. Geforscht wird vor allem in Tulln. Im Biomin Research Center arbeiten rund 80 Forscherinnen und Forscher an angewandter Grundlagenforschung, unterstützt von einem Netzwerk aus etwa 150 akademischen Einrichtungen weltweit. Entsprechend breit fallen die Tätigkeitsfelder aus. Im Labor stehen Mikrobiologinnen und Veterinärmediziner, in der Produktion entstehen die Futterzusätze, dazu kommen kaufmännische und technische Aufgaben von der IT bis zur Patentverwaltung. Zur Größenordnung: Beim Verkauf an DSM beschäftigte die Erber Group weltweit rund 1.200 Menschen und setzte in den zwölf Monaten bis März 2020 etwa 330 Millionen Euro um (DSM, 2020). Wie viele davon heute in Österreich arbeiten, weist das Unternehmen öffentlich nicht gesondert aus. Den Rückhalt liefert eine global aufgestellte Gruppe mit Standorten auf mehreren Kontinenten.

Jede Kapsel, die Biogena verkauft, entsteht in Österreich, abgefüllt und Charge für Charge im Labor geprüft an den Salzburger Standorten Koppl und Liefering. Aus einer Idee von 2006 ist eine Gruppe mit über 480 Beschäftigten geworden, die Vitamine, Mineral- und Mikronährstoffe entwickelt und herstellt. Die Biogena Management Holding GmbH ist die Dachgesellschaft dahinter, mit Sitz in Salzburg. Der Kern des Geschäfts ist Nahrungsergänzung. Rezepturen aus Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen, verkauft über den eigenen Webshop, in mehr als zwanzig eigenen Geschäften in Österreich und Deutschland und in Drogerien. Ärztinnen und Therapeuten spielen dabei eine große Rolle: Nach eigenen Angaben arbeitet Biogena mit einem internationalen Netzwerk von über 30.000 von ihnen zusammen. Wer hier anfängt, landet je nach Beruf an ganz unterschiedlichen Stellen. In der Fertigung in Koppl wird dosiert, abgefüllt und geprüft, an den Rezepturen sitzen Ernährungswissenschaftlerinnen und Lebensmitteltechniker. In den Büros stellt das Unternehmen Mikronährstoffberater, Vertriebsleute, Art Directors und Data Engineers ein. Gewachsen ist das schnell. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam die Gruppe auf knapp 125 Millionen Euro Umsatz, der Großteil davon im deutschsprachigen Raum. Über Salzburg hinaus ist Biogena in Dubai, London, Los Angeles und Tirana vertreten, und für Ende August 2026 ist ein Börsengang in Wien geplant. Für Beschäftigte bedeutet das ein Umfeld, das sich weiter verändert und ausbaut. Das Mittagessen kommt aus regionalen Bio-Produkten und ist kostenlos, Aus- und Weiterbildung gehören zum Angebot. Wie viele Menschen genau bei der Holding selbst angestellt sind, weist das Unternehmen öffentlich nicht gesondert aus; die Zahl von über 480 bezieht sich auf die Gruppe. Gegründet hat das alles Albert Schmidbauer, der die Gruppe bis heute führt und rund 90 Prozent hält.

Seit vielen Jahren ist die Donau Chemie Gruppe ein Familienunternehmen in der Chemiebranche sowie ein kompetenter Partner von Markenartiklern und Handelsunternehmen und beschäftigt 1.120 Mitarbeiter in zwölf Ländern. Sicherheit, Umwelt und Qualität sind die 3 Säulen unseres Unternehmens. Wir entsprechen diesen Anforderungen, indem wir uns das verantwortungsbewusste Handeln zum Grundsatz und obersten Ziel gesetzt haben. In unseren Werken und Standorten sorgt ein durchgängiges, auf alle Belange abgestimmtes Sicherheitssystem für den erforderlichen Schutz der Menschen und der Umwelt. In der Donau Chemie Gruppe zählt der hohe Qualitätsanspruch zu den zentralen Grundwerten. Neben der Qualität unserer Produkte und Serviceleistungen, stellen die Qualifikationen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Know-How die Grundlagen unseres wirtschaftlichen Erfolges dar. Wir suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Begeisterung, Leidenschaft und Kompetenz uns beim Fortschritt begleiten und Teil eines innovativen und erfolgreichen Teams sein wollen. Der gemeinsame Erfolg liegt uns am Herzen. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Schlüssel dazu. Daher legt die Donau Chemie Gruppe besonderen Wert auf deren Entwicklung. Unsere Weiterbildungsprogramme sind darauf ausgerichtet Ihre Stärken auszuloten und Sie bei der Verwirklichung der gemeinsamen Ziele zu unterstützen.

Kwizda gehört zu den ältesten Familienunternehmen Österreichs. Gegründet 1853 in Wien, führt heute die Familie Kwizda das Unternehmen. Rund 1.800 Menschen arbeiten an mehr als 30 Standorten unter dem Dach der Holding. Der Bogen reicht von Arzneimitteln über den Apothekengroßhandel bis zu Pflanzenschutz und Bauabdichtung. Kwizda ist heute keine einzelne Firma, sondern eine Gruppe mit mehreren eigenständigen Geschäftsfeldern. Kwizda Pharma entwickelt, produziert und vertreibt rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente, die in Österreich und weiteren europäischen Ländern verkauft werden. Kwizda Pharmahandel beliefert als zweitgrößter pharmazeutischer Vollgroßhändler Österreichs die Apotheken im Land und betreibt dafür Lager und Logistik in Wien, Linz, Graz, Innsbruck und Grödig. Dazu kommen die Kosmetiksparte und Kwizda Agro, das Landwirte mit Pflanzenschutzmitteln und Spezialdüngern versorgt. Mit der Tochter Büsscher & Hoffmann steht die Gruppe außerdem für Abdichtungs- und Dachbahnen am Bau. Produziert wird an eigenen Standorten in Wien, Leobendorf und Enns. Diese Breite prägt auch den Arbeitgeber. In den Werken stehen Pharmazeuten, Chemiker und Produktionsmitarbeiter an den Anlagen, in der Logistik kommissionieren und disponieren Lagerteams rund um die Apothekenbelieferung, und im Vertrieb betreuen Außendienst und Fachberatung Ärzte, Apotheken und die Landwirtschaft. Kaufmännische Funktionen, IT und Qualitätssicherung ergänzen das Bild. Weil die Sparten von der Medizin bis zum Baustoff reichen, finden sowohl Naturwissenschaftler als auch Handels-, Logistik- und Technikberufe hier ein Zuhause. Der Hauptsitz liegt am Universitätsring in der Wiener Innenstadt, die Gruppe ist zudem in Zentral- und Osteuropa vertreten. Kwizda ist seit über 170 Jahren in Familienhand und war schon zur Monarchie k.u.k. Hoflieferant. Eine öffentlich einheitliche Gesamtmitarbeiterzahl schwankt je nach Quelle; die Größenordnung von rund 1.800 Beschäftigten nennt das Unternehmen selbst.

Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Wasserstoff. Aus der Luft trennt Air Liquide Austria genau die Gase, die Österreichs Industrie und seine Krankenhäuser täglich brauchen. Von Schwechat bei Wien aus beliefert das Unternehmen mehr als 40.000 Kunden im ganzen Land, dazu rund 10.000 Patientinnen und Patienten mit medizinischen Gasen. Hinter der österreichischen Gesellschaft steht der französische Air-Liquide-Konzern, einer der größten Gaseanbieter der Welt. Das Kerngeschäft ist die industrielle Gastrennung. In den Luftzerlegungsanlagen in Schwechat und im steirischen Donawitz wird Luft in ihre Bestandteile zerlegt, und die Produkte gehen an Kunden aus sehr unterschiedlichen Branchen. Ein Stahlwerk braucht Sauerstoff für den Hochofen, die Lebensmittelbranche Schutzgase fürs Verpacken, Labore hochreine Spezialgase für die Forschung. Dazu kommen Acetylen fürs Schweißen, Helium, Kohlendioxid und Wasserstoff. Rund 90 medizinische Notfalllieferanten über das ganze Land verteilt stellen sicher, dass auch Kliniken und Patienten versorgt bleiben. Der Firmensitz in Schwechat südöstlich von Wien ist zugleich der wichtigste Produktionsstandort. Hier stehen Luftzerlegung, Abfüllanlagen und eine CO2-Rückgewinnung, weitere Verkaufsstandorte und Partner verteilen sich von Ost nach West über Österreich. Etwa 250 Menschen arbeiten für die österreichische Gesellschaft (Stand 2016). Sie gehört zum Air-Liquide-Konzern, der 1902 in Frankreich aus der Idee entstand, Sauerstoff im industriellen Maßstab aus Luft zu gewinnen, und heute weltweit zu den führenden Gaseunternehmen zählt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: ein überschaubares Team in Österreich, mit einem globalen Konzern im Rücken. Die Arbeitsfelder reichen von Technik und Produktion an den Anlagen über Vertrieb und Management bis zu Fachfunktionen in Finanzen, Personal oder Recht. Das Unternehmen wirbt ausdrücklich auch um Quereinsteiger und stellt Entwicklungswege in Aussicht, die über Österreich hinaus nach Europa reichen. Wer an den Luftzerlegungs- und Abfüllanlagen arbeitet, hat es mit anspruchsvoller Verfahrenstechnik und strengen Sicherheitsregeln zu tun. Der Schwechater Betrieb fällt unter die Seveso-Richtlinie für Störfallanlagen und wird behördlich regelmäßig kontrolliert, zuletzt im April 2024.

In Wien-Meidling wird an neuen Krebsmedikamenten geforscht und werden biopharmazeutische Wirkstoffe hergestellt – von der Grundlagenforschung bis zur fertigen Ampulle an einem Ort. Von hier aus steuert die Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG das Geschäft in über 30 Ländern Mittel- und Osteuropas, Zentralasiens und Israels. Der Standort geht auf das Jahr 1948 zurück. Es war der erste Auslandsstandort des Familienunternehmens überhaupt. Das Regional Center Vienna ist für den Konzern der einzige Standort, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung und die biopharmazeutische Produktion bis zur Geschäftsverantwortung für Human- und Tiermedizin in der Region. Das schlägt sich in den Berufsbildern nieder. Im Labor arbeiten Molekularbiologinnen und Chemiker an Wirkstoffen gegen Krebs, in der Reinraum-Produktion überwachen Biotechnologen die Fermentation lebender Zellkulturen, und in den Fachabteilungen betreuen Kolleginnen aus Zulassung, klinischer Forschung, Marketing und Vertrieb die Märkte in über 30 Ländern. Ein Teil der biopharmazeutischen Produktion entsteht auch im Auftrag anderer Hersteller. 2021 gingen zwei neue Produktionsanlagen in Betrieb und schufen rund 800 zusätzliche Arbeitsplätze. Rund 3.250 Menschen arbeiten am österreichischen Standort, in der gesamten von Wien aus betreuten Region sind es über 4.680 (PHARMIG, 2024). Boehringer Ingelheim zählt zu den zwanzig größten Pharmaunternehmen der Welt und ist bis heute in Familienbesitz. Das erklärt den langen Atem in der Forschung, in die am Standort Jahr für Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag fließt. Für Bewerberinnen und Bewerber heißt das: internationale Aufgaben, wissenschaftliche Tiefe und ein Arbeitgeber, der seit mehr als 75 Jahren in Wien verwurzelt ist. Rund 90 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Chiesi Pharmaceuticals GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft des italienischen Familienunternehmens Chiesi Farmaceutici S.p.A. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien und vereint dort drei zentrale Einheiten: Chiesi Österreich, die International Markets Development Division (IMDD) und den CEE Hub. Diese Strukturen ermöglichen es Chiesi, sowohl das lokale Geschäft in Österreich als auch die Vertriebs- und Marketingaktivitäten in den baltischen, balkanischen und GUS-Regionen zu überwachen. Chiesi ist ein internationaler, forschungsorientierter Biopharmakonzern, der sich auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer therapeutischer Lösungen spezialisiert hat. Die Hauptschwerpunkte liegen in den Bereichen Atemwegserkrankungen, seltene Erkrankungen und Krankenhausversorgung. Durch die Kombination von Forschung und Entwicklung strebt Chiesi danach, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Als Arbeitgeber legt Chiesi großen Wert auf Vielfalt und Inklusion innerhalb des Teams. Das Unternehmen fördert die Entfaltung des Potenzials seiner Mitarbeitenden, um persönliches Wachstum und berufliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Diese Unternehmenskultur unterstützt Chiesi dabei, ein attraktiver Arbeitgeber in der Pharmaindustrie zu sein.

Bei Fresenius Kabi Austria arbeiten über 1.800 Menschen daran, dass Kranke versorgt werden: mit Infusionen, klinischer Ernährung und intravenösen Arzneimitteln, die in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und privaten Haushalten zum Einsatz kommen. Rund 200 Millionen Arzneimittel-Einheiten füllen die österreichischen Werke pro Jahr ab. Hauptsitz ist Graz. Wer hier anfängt, stellt Produkte her, von denen Patientinnen und Patienten direkt abhängen. Das Grazer Werk besteht seit 1977 und ist über die Jahre zu einer modernen Produktionsanlage für sterile pharmazeutische Lösungen und Emulsionen gewachsen. Heute betreibt das Unternehmen vier Standorte in der Steiermark und in Oberösterreich: Graz als Headquarter und größter Produktionsstandort, dazu Grambach, Linz und Werndorf. Allein am Standort Graz arbeiten über 1.000 Beschäftigte; in Werndorf liegt das Logistik- und Verpackungszentrum mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Fresenius Kabi Austria zählt damit zu den größten Arzneimittelproduzenten des Landes. Die Firma gehört zur Fresenius Kabi AG, einem global tätigen Gesundheitskonzern mit Wurzeln, die bis 1912 zurückreichen. Diese Einbindung bringt internationale Lieferketten und Forschungsverbünde mit sich, ohne dass die Produktion in Österreich bliebe, was sie ist: ein Standort, an dem von der Werkstoffprüfung bis zur Endverpackung gefertigt wird. Die Arbeit reicht weit über die Produktionshalle hinaus. In der Fertigung überwachen Pharmatechnologinnen computergesteuerte Abfüll- und Verpackungsprozesse, im Labor prüfen Chemikerinnen und Labortechniker Rohstoffe und Endprodukte, in der Qualitätssicherung wird jede Charge dokumentiert. Dazu kommen Technik, IT, Logistik und kaufmännische Bereiche. Ausgebildet wird im eigenen Haus: Lehrlinge starten in Graz und Linz in mehreren Lehrberufen, darunter Pharmatechnologie, Labortechnik Chemie, Elektrotechnik und Informationstechnologie, mit der Möglichkeit der Lehre mit Matura. Geleitet wird die Gesellschaft von Dr. Alexander Hohl und Mag. (FH) Michael Mayr. Was einen Arbeitsplatz hier ausmacht, lässt sich an wenigen Punkten festmachen: ein Produkt, das gebraucht wird, ein Konzern im Rücken, der für Stabilität sorgt, und ein Werk, das seit fast fünf Jahrzehnten in Österreich produziert und ausbildet.

Allnex Austria produziert in Werndorf südlich von Graz die Grundstoffe für Lacke und Beschichtungen: Kunstharze, aus denen später der Lack auf einem Auto, die Oberfläche eines Möbelstücks oder der Schutz auf einer Konservendose wird. Rund 70.000 Tonnen davon verlassen das Werk Jahr für Jahr. Etwa 352 Menschen arbeiten hier, in der Produktion ebenso wie im Forschungszentrum gleich nebenan. Das Werk gehört zur allnex-Gruppe, einem der weltweit führenden Hersteller von Beschichtungsharzen. Der Konzern beschäftigt rund 4.000 Menschen, beliefert Kunden in mehr als 100 Ländern und kam zuletzt auf über 2,1 Milliarden Euro Umsatz. Werndorf ist einer von gut dreißig Produktionsstandorten und zugleich einer der Forschungsstützpunkte der Gruppe. Für die Beschäftigten heißt das: ein Arbeitsplatz mit steirischer Adresse und Kolleginnen und Kollegen auf vier Kontinenten. Angefangen hat hier alles 1948. Seither wird in Werndorf ununterbrochen gefertigt, und diese Erfahrung merkt man dem Haus an. Rund 85 Prozent der Produktion sind heute wasserbasiert, also Beschichtungen, die mit weniger Lösungsmitteln auskommen. Das meiste geht in den Export, nach Deutschland, in die USA, nach Asien. Wer hier arbeitet, tut das an sehr unterschiedlichen Stellen. An den Reaktoren stehen Chemieverfahrenstechniker und Anlagenfahrer, im Labor entwickeln Chemikerinnen neue Rezepturen, dazu kommen Instandhaltung, Qualitätssicherung, Einkauf und Vertrieb. Den Nachwuchs zieht der Betrieb selbst heran. Allnex ist anerkannter Lehrbetrieb, unter anderem für Chemieverfahrenstechnik und Chemielabortechnik. Weil ein eigenes Forschungs- und Technologiezentrum am Standort sitzt, gibt es auch anspruchsvolle technische und wissenschaftliche Aufgaben direkt vor Ort. Hinter allnex steht seit einigen Jahren der thailändische Chemiekonzern PTT Global Chemical, die Gruppenzentrale sitzt in Frankfurt. In Werndorf bleibt davon vor allem eines: ein Industriearbeitsplatz mit langer Tradition und internationaler Anbindung.

Zitronensäure steckt in Limonade, in Waschmittel, in Brausetabletten. Ein guter Teil davon kommt aus dem Weinviertel. In Pernhofen bei Laa an der Thaya betreibt die Jungbunzlauer Austria AG eine der größten und leistungsfähigsten Zitronensäureanlagen der Welt, rund 500 Menschen arbeiten dort. Produziert wird an diesem Standort seit 1962. Was hier entsteht, sieht man selten und schmeckt es fast täglich. Große Fermenter vergären Zucker aus nachwachsenden Rohstoffen zu Zitronensäure, die Getränken ihre Säure gibt und Lebensmittel haltbar macht. Seit 1986 läuft in Pernhofen außerdem die Xanthan-Produktion, ein Verdickungsmittel, das Dressings und Zahnpasta ihre Konsistenz gibt. Beliefert werden Hersteller von Lebensmitteln und Getränken, dazu Kosmetik, Pharma und Industrie. Die österreichische Gesellschaft hat ihren Sitz in Wien und gehört zur Jungbunzlauer-Gruppe. Deren Geschichte beginnt 1867 mit einer Spiritusbrennerei, die Ignatz Lederer im böhmischen Jungbunzlau gründete. 1900 verlegten seine Söhne die Zentrale nach Wien und eröffneten die Brennerei in Pernhofen. Seit 1967 gehört das Unternehmen der Familie Kahane, die Konzernzentrale sitzt seit 1993 in Basel. Neben Pernhofen produziert die Gruppe in Ladenburg, im französischen Marckolsheim und im kanadischen Port Colborne und liefert nach eigenen Angaben in mehr als 130 Märkte. Eine offizielle Gesamtzahl zur Belegschaft der Gruppe veröffentlicht das Unternehmen nicht. Der Standort lebt von Technik. In der Qualitätskontrolle prüfen Chemielabortechnikerinnen und Chemielabortechniker die Chargen, Maschinenbautechniker halten Fermenter und Anlagen in Betrieb, dazu kommen Verfahrenstechnik und Biotechnologie. In den Büros geht es um Auftragsabwicklung, IT und Vertrieb. Nachwuchs bildet Jungbunzlauer in Pernhofen selbst aus, unter anderem in der Chemielabortechnik und in der Maschinenbautechnik. Wie lange Beschäftigte bleiben, zeigte die Mitarbeiterehrung im Mai 2025. Geehrt wurden zwei Menschen für 45 Dienstjahre, fünf für 40 und sieben für 25. Im eigenen Betriebsrestaurant wird vergünstigt gegessen, das Unternehmen nennt außerdem Weiterbildung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine jährliche Erfolgsprämie. Seit 2011 stellt die Gruppe als weltweit einziges Unternehmen alle drei wichtigsten durch Fermentation gewonnenen organischen Säuren her, also Zitronensäure, Gluconsäure und Milchsäure.

Die Pulverbeschichtung auf der Fassade eines Bürohauses, auf einer Autofelge oder auf einem Gartenmöbel stammt oft aus Wels. Dort, in Oberösterreich, entwickelt und produziert Tiger Coatings seit 1930 Pulverlacke. Das Familienunternehmen zählt heute zu den größten Pulverlackherstellern der Welt. Pulverlack ist das Kerngeschäft. Das Pulver wird elektrostatisch aufgetragen und im Ofen zu einer widerstandsfähigen Oberfläche eingebrannt, ganz ohne Lösungsmittel. Beschichtet werden damit Aluminium, Stahl, Holz und Glas. Man findet das Ergebnis an Hausfassaden, an Felgen und an Industriemaschinen. Über die klassischen Lacke hinaus stellt Tiger auch digitale Druckfarben und Materialien für den 3D-Druck her. Gut 1.370 Menschen arbeiten weltweit für das Unternehmen, rund 500 davon am Stammsitz in Wels. Der konsolidierte Konzernumsatz lag 2025 bei knapp 308 Millionen Euro, mehr als 70 Prozent davon stammen aus dem Export (tiger-coatings.com, Stand 2025). Produziert wird nicht nur in Österreich, sondern auch in den USA, Kanada, Mexiko, Vietnam und an drei Standorten in China; Vertriebs- und Tochtergesellschaften bestehen in über 20 Ländern. Die Wurzeln reichen bis 1930 zurück, und geführt wird Tiger bis heute als Familienunternehmen. Die Bandbreite der Tätigkeiten zieht sich durch das ganze Haus. Im Forschungslabor entstehen neue Rezepturen; über fünf Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. In der Produktion fahren Anlagenführer und Lacktechniker die Extruder, und weil so viel ins Ausland geht, sitzen daneben Leute im internationalen Vertrieb und im technischen Kundendienst. Mit den digitalen Druckfarben und dem 3D-Druck kommen Aufgaben für Chemikerinnen, Software- und Anwendungstechniker hinzu. 2014 zeichnete die Wirtschaftskammer Tiger als „Hidden Champion“ aus.

In den Wiener Labors von MSD laufen Jahr für Jahr rund 50 klinische Studien, im niederösterreichischen Krems entstehen Impfstoffe für die Tiergesundheit, die von dort in die ganze Welt gehen. Hinter beidem steht dieselbe Firma: Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H., die österreichische Tochter des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Rund 950 Menschen arbeiten hier. MSD ist der Name, unter dem Merck & Co. mit Sitz in Rahway, New Jersey, außerhalb der USA und Kanadas auftritt – eines der großen forschenden Pharmaunternehmen weltweit. In Österreich ist die Gesellschaft seit 1971 tätig, ihren Sitz hat sie im THE ICON VIENNA am Wiedner Gürtel in Wien. Sie entwickelt, prüft und produziert Medikamente und Impfstoffe, und das für Menschen wie für Tiere. In Wien liegt der Schwerpunkt auf der Humanmedizin, etwa in der Onkologie und bei Impfstoffen. In Krems stellt MSD Impfstoffe für die Tiergesundheit her. Viele dieser Produkte verlassen Österreich und gehen in den Export. Weil das Unternehmen Forschung, Produktion und Vertrieb unter einem Dach hat, ist die Bandbreite der Berufe groß. Im Labor und in der Produktion arbeiten Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen, im Außendienst und im medizinischen Bereich betreuen Fachleute Ärztinnen, Ärzte und Kliniken, dazu kommen Aufgaben in Einkauf und Supply Chain. Wie sich die rund 950 Stellen genau auf die drei Standorte verteilen, weist MSD öffentlich nicht im Detail aus. Dass viele lange bleiben, zeigt eine Zahl: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei knapp zehn Jahren. Zwei von drei Beschäftigten sind Frauen, im Haus werden mehr als 15 Sprachen gesprochen. Wer eine Lehre sucht, wird in Krems fündig, denn dort bildet MSD seit 2025 auch Lehrlinge aus.

In den Reinräumen in Hall in Tirol entstehen Systeme, mit denen Wirkstoffe für Krebs-, Zell- und Gentherapien sicher eingefroren, umgefüllt und gekühlt um die halbe Welt geschickt werden. Gebaut werden sie von Single Use Support, gegründet 2016 in Tirol, heute mit über 190 Beschäftigten. Der Firmensitz liegt in Kufstein, ein zweiter Standort in Hall in Tirol, eine Tochtergesellschaft seit März 2024 bei Boston. Kunden sind Biopharma-Hersteller in Europa, den USA und Asien. Was die Firma macht, lässt sich gut an einem Problem erklären. Flüssige Arzneimittelwirkstoffe sind extrem wertvoll, und jeder Liter, der beim Umfüllen, Einfrieren oder beim Transport verloren geht oder Schaden nimmt, kostet den Hersteller viel Geld und Patientinnen und Patienten Zeit. Genau dort setzen die Produkte an. Die RoSS-Schutzhüllen umschließen Einweg-Beutel, damit sie im Handling nicht reißen, dazu kommen Anlagen zum kontrollierten Einfrieren und Auftauen, sterile Schlauchsysteme und Kühlcontainer für den Versand. Verarbeitet werden darin unter anderem monoklonale Antikörper, mRNA-Wirkstoffe und Impfstoffe. Zu den öffentlich genannten Anwendern zählen Auftragshersteller wie Lonza und Rentschler Biopharma. Das Wachstum verlief ungewöhnlich schnell. 2019 lag der Umsatz bei rund drei Millionen Euro, für 2021 meldete das Unternehmen mehr als 130 Millionen Euro (top.tirol, 27.01.2022); aktuellere Umsatzzahlen sind nicht veröffentlicht. In Kufstein wurde bis Ende 2022 ein dreigeschossiger Neubau für Büro und Produktion errichtet, in Hall in Tirol kam ein zweiter Standort mit rund 6.000 m² Büro- und Produktionsfläche dazu. Im Mai 2024 übernahm die dänische Novo Holdings die Mehrheit der Anteile. Die beiden Gründer Johannes Kirchmair und Thomas Wurm blieben als Minderheitseigentümer und Berater an Bord, der Industriekonzern Danaher als Gesellschafter ebenfalls. Geführt wird das Unternehmen von CEO Christian Praxmarer. Wer sich hier bewirbt, arbeitet also für einen Tiroler Betrieb mit Eigentümern, deren erklärtes Ziel der weitere Ausbau in den USA und in Asien ist. Die Berufsbilder sind entsprechend breit gestreut. In der sterilen Produktion in Hall halten Reinraummitarbeiterinnen, Arbeitsvorbereiter und Schichtleiter die Fertigung am Laufen, in Kufstein konstruieren Maschinenbau-Ingenieure die nächste Anlagengeneration, und Service Engineers betreuen die Systeme beim Kunden. Dazwischen liegen Qualitätssicherung und Projektmanagement, dazu ein Vertriebsteam, das inzwischen auch von den USA aus arbeitet. Gefertigt wird nach ISO 9001, die Informationssicherheit ist nach ISO 27001 zertifiziert, eine Umweltzertifizierung nach ISO 14001 ist bis 2026 geplant. Wer ohne Auto pendelt, bekommt das KlimaTicket bezahlt; dazu kommen vier Euro Essenszuschuss pro Arbeitstag, Bikeleasing sowie Massage und Physiotherapie im Haus. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen unter anderem als Best Managed Company 2024 und mit dem Gold-Rang bei Austria's Leading Companies. Anfang August 2026 standen auf der Karriereseite rund ein Dutzend offene Stellen, von der Reinraumproduktion in Hall bis zum Senior Sales Manager an der US-Ostküste.

In Gumpoldskirchen wird seit 1908 Sauerstoff hergestellt. Aus dem damaligen Werk der Österreichisch-Ungarischen Sauerstoffwerke ist der heutige Firmensitz von Messer Austria geworden, das den Standort seit 1969 führt. Das Unternehmen holt Sauerstoff, Stickstoff und Argon in Luftzerlegungsanlagen aus der Luft und bringt sie tiefkalt verflüssigt im Tankwagen oder in Druckflaschen zu den Kunden. Wer in Österreich schweißt, Lebensmittel abpackt oder im Spital beatmet wird, kommt mit diesen Produkten in Berührung. Das Geschäft ist bodenständiger, als der Begriff Spezialgase vermuten lässt. In einer Getränkeproduktion sorgt Kohlendioxid für die Kohlensäure, im Krankenhaus hängt medizinischer Sauerstoff an der Wand, in der Metallverarbeitung brennt Acetylen im Schneidbrenner. Dieselbe Firma beliefert alle drei. Neben Flaschen- und Tankgasen plant und errichtet Messer Austria auch zentrale Gaseversorgungsanlagen und produziert bei Bedarf direkt beim Kunden vor Ort. Das Netz dahinter ist dicht: sieben Standorte in Österreich und über 70 Gasezentren in den Bundesländern, von Gumpoldskirchen über Thalheim bei Wels und Premstätten bis nach Vomp in Tirol und Sulz in Vorarlberg. Die österreichische Gesellschaft gehört zur Messer Group, einem Familienunternehmen mit Ursprung im Jahr 1898 und heute weltweit über 12.000 Beschäftigten in mehr als 30 Ländern. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete die Gruppe 4,5 Milliarden Euro Umsatz und ein EBITDA von 1,4 Milliarden Euro (Messer Group Newsroom, veröffentlicht 31.03.2026). Messer ist damit der größte privat geführte Industriegase-Spezialist der Welt. Für Beschäftigte in Österreich heißt das: ein regionaler Arbeitgeber mit kurzen Wegen, der finanziell auf einer international breiten Basis steht. Gebraucht werden hier sehr unterschiedliche Leute. Techniker halten Abfüll- und Produktionsanlagen in Betrieb, im Vertrieb und in der Sachbearbeitung werden Industriekunden betreut, in der Produktion und im technischen Service arbeiten Fachkräfte an den Anlagen selbst. Aktuell ist in Gumpoldskirchen eine Stelle als Instandhaltungstechniker ausgeschrieben. Messer Austria ist außerdem eingetragener Lehrbetrieb und bildet seit mehreren Jahren Lehrlinge aus; ab dem zweiten Lehrjahr ist die Lehre mit Matura möglich, und Lehrlinge durchlaufen mehrere Abteilungen, statt in einem Bereich zu bleiben. Das Unternehmen nennt auf seiner Karriereseite Betriebsarzt, flexible Arbeitszeiten und einen Fahrtkostenzuschuss. Wie viele Menschen genau in Österreich für Messer arbeiten, veröffentlicht das Unternehmen nicht; das Arbeitgeberprofil auf karriere.at nennt eine Größenordnung von 101 bis 500 Beschäftigten. Geführt wird die GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen von Geschäftsführer Michael Holy. Viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben laut Unternehmensangaben als Lehrlinge im Betrieb begonnen.

Ein Peptid ist eine kurze Kette aus Aminosäuren, und in Raaba-Grambach südöstlich von Graz werden solche Ketten Baustein für Baustein zusammengesetzt. piCHEM macht das seit über drei Jahrzehnten. Die Moleküle gehen an Forschungslabore, in die klinische Entwicklung und als Wirkstoffe in fertige Arzneimittel. Kontrolliert wird die Produktion nicht nur von der österreichischen Behörde, sondern auch von der US-Arzneimittelbehörde FDA und der japanischen PMDA. Gegründet wurde das Unternehmen 1992, es ist bis heute in privater Hand und fertigt an einem einzigen Standort in der Steiermark. 2017 bezog piCHEM dort einen Neubau: 1.200 Quadratmeter Labor- und Produktionsfläche, dazu Reinräume der Klassen C und D für die letzten Fertigungsschritte. Synthetisiert wird vom Milligramm bis in den Bereich mehrerer hundert Gramm, entweder an der festen Phase oder klassisch in Lösung, gereinigt über Umkehrphasen- und Ionenaustauschchromatographie. Ein Schwerpunkt liegt auf Peptiden für die Nuklearmedizin, also auf Molekülen, die im Körper gezielt an Tumorzellen andocken und dort ein radioaktives Signal für Diagnose oder Therapie tragen. Auf dem europäischen Nuklearmedizin-Kongress war piCHEM zuletzt 2024 in Hamburg und 2025 in Barcelona vertreten. Wer hier arbeitet, begleitet ein Projekt oft von der ersten Machbarkeitsstudie bis zur Charge, die in einer klinischen Studie eingesetzt wird. Chemikerinnen und Chemiker stehen an der Synthese, Chemielabortechnikerinnen und -techniker an Analytik und Qualitätskontrolle. Daneben gibt es Rollen in Qualitätssicherung und Regulatory Affairs, wo Prozesse validiert und Unterlagen für Behörden aufbereitet werden, sowie Aufgaben rund um Stabilitätsstudien und Abfüllung. Das Unternehmen beschreibt gut ausgebildete Mitarbeitende ausdrücklich als sein wichtigstes Kapital und nennt sichere Arbeitsplätze als eigenen Anspruch; in seinem Arbeitgeberprofil auf karriere.at führt es Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten und einen Fahrtkostenzuschuss an. Eine exakte Beschäftigtenzahl veröffentlicht piCHEM nicht, die Größenordnung liegt laut diesem Profil zwischen 51 und 100 Personen. Das Team ist also klein genug, dass man einander kennt, und die Arbeit reicht trotzdem bis in internationale Zulassungsverfahren. Seit 2026 läuft der Ausbau unter dem Namen piCHEM NEXT: zusätzliche Labor- und Produktionsflächen sowie neue Büros, kofinanziert von der Europäischen Union, geplant bis 2028. Gebaut wird am bestehenden Standort am Parkring in Raaba-Grambach.