In Fischamend, wenige Autominuten vom Flughafen Wien entfernt, entstehen Wirkstoffe, die später in Medikamenten auf der ganzen Welt stecken. Hergestellt werden sie von der Loba biotech GmbH. Feinchemie wird an diesem Standort schon seit den 1950er-Jahren produziert. Aber das Werk sieht heute anders aus als früher: Aus einem klassischen Chemiebetrieb ist ein biopharmazeutischer Produktionsstandort geworden.
Was Loba biotech macht, bekommt man als Patient nie direkt zu sehen. Die Firma liefert nicht das fertige Medikament, sondern den pharmazeutischen Wirkstoff darin, also jenen Teil einer Tablette oder Spritze, der tatsächlich wirkt. Solche Wirkstoffe stecken zum Beispiel in Mitteln gegen Krebs, Schmerzen oder Übelkeit. Von Fischamend aus gehen die Produkte in mehr als 85 Länder. Die Wurzeln des Betriebs reichen bis 1957 zurück, jahrzehntelang lief das Werk unter dem Namen Loba Feinchemie, seit 1992 als eigenständiges österreichisches Unternehmen. Heute gehört Loba biotech zur pharma& Group (lobabiotech.com; wirtschaftsforum.de).
Zuletzt hat sich viel getan. In den vergangenen Jahren baute die Firma einen modernen Standort für biotechnologische Wirkstoffe auf, um den Wirkstoff Interferon in Fischamend herzustellen. Auf rund 2.500 Quadratmetern wird produziert, dazu kommt ein Qualitätslabor von 1.300 Quadratmetern. Jede Charge durchläuft achtzehn Reinigungsstufen. Das klingt nach Aufwand, und das ist es auch: In der Arzneimittelherstellung gelten strenge GMP-Regeln, jeder Produktionsschritt wird dokumentiert und geprüft (meinbezirk.at, 15.05.2026).
Entsprechend gemischt ist die Belegschaft. In der Produktion stehen Anlagenfahrer an den Reaktoren, in den Laboren prüfen Analytikerinnen jede Charge, dazu kommen Fachleute aus Verfahrenstechnik und Qualitätssicherung. Der Standort selbst ist überschaubar, im Rücken steht mit der pharma& Group aber eine international tätige Eigentümerin. In den Umbau ist zuletzt viel Geld geflossen, und die Firma sucht laufend Personal. Wie viele Menschen genau hier arbeiten, macht Loba biotech öffentlich nicht bekannt. 2026 soll auch der bisherige Seveso-Status wegfallen, weil die alten Gefahrenstoffe der früheren Chemieproduktion nicht mehr gebraucht werden.